Heft 6 - September 1951)


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V. Beilage der Deutschen Schachzeitung im Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35 Nr.6 - 1.Jahrgang - September 1951 Verbandsnachrichten Ordentlicher Verbandstag 1951. Der Ordentliche Verbandstag muß gemäß den Satzungen jährlich einmal im Monat September stattfinden. Der Vorstand hat als Tag den 23. September bestimmt. An diesem Tage wird der Ordentliche Verbandstag des Jahres 1951 ab 10 Uhr vormittags im Restaurant Feicht, Kurfürstendamm 193 im Grünen Saal abgehalten. Berliner Jugend-Mannschafts-Meisterschaft 1951! Die Meisterschaft errang die Kombination Kreuzberg/Neukölln mit 17 Zählern und 6 Punkten vor Lichtenberg (13½-4), Union-Oberschöneweide (8½—0) und Wedding (7—0). Das Ingo-Wert Wertungssystem (1. Beitrag). Eine der größten, meist nie zur vollen Zufriedenheit zu lösenden Aufgaben der Spielleiter, ist die richtige Wertung der Spielstärke der Spieler. Aus dieser Erkenntnis heraus hat Schachfreund Hößlinger aus Ingolstadt (daher "Ingo") 1947 ein Wertungssystem aufgestellt, welches heute schon für viele Spielleiter zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel geworden ist. Die Spielleitung des Verbandes eröffnet hiermit eine Artikelreihe, die sich eingehend mit diesem neuen Verfahren befaßt. Welche Möglichkeiten bietet dieses System ? 1. Man kann den Erfolgsdurchschnitt eines Spielers in einer einzigen präzisen Zahl ausdrücken und dadurch u. a. Rangfolgen und Mannschaftsaufstellungen in kürzester Zeit richtig durchführen, 2. Man kann das Niveau eines Turnieres genau feststellen und die Aussichten der einzelnen Teilnehmer im voraus berechnen. 3. Man kann Vergleiche zwischen zwei Spielern anstellen, die noch nie miteinander gespielt haben. 4. Man kann die tatsächliche Spielstärke einer Mannschaft genau ermitteln sowie die Verbesserung oder Verschlechterung eines Spielers oder einer Mannschaft klar erkennen und entsprechend auswerten, 5. Man kann vorzeitig aus einem Turnier ausgeschiedene Teilnehmer richtig bewerten und dadurch vielen Ungerechtigkeiten vorbeugen. Allein die Aufzählung der Beispiele zeigt, daß hier ein Hilfsmittel entwickelt worden ist, welches für jeden Spielleiter unentbehrlich sein sollte. Es liefert wirklich brauchbare Resultate für die Praxis. In Süddeutschland, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Österreich und den USA gibt es ständige Bearbeiter für dieses System. Auch in Berlin beginnt das Interesse zu steigen. Die Einführung des Ingo-Systems in den größeren Vereinen macht kaum Schwierigkeiten, da meist schon mehrere Spieler Ingo-Zahlen haben. Kleinere Vereine laden Gäste ihrer Spielstärke, die bereits Ingo-Zahlen haben, zu einem

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Turnier ein und können danach selbständig weiter aufbauen. Zu werten sind alle Turniere mit mindestens 5 Runden und alle Zweikämpfe mit mindestens 6 Partien. Wir bringen in den folgenden Mitteilungsblättern bezüglich des Verfahrens nähere Einzelheiten. Auch Druckschriften, die genaue Auskunft geben, sind bereits vorhanden. Das Ingo-System bringt Klarheit in den Spielbetrieb. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn sich auch die Berliner Schachgemeinde ernstlich damit vertraut machen würde. Der Spielleiter. Sportler- und Versehrten-Erholungsheim, Schloß Glienicke. Das Erholungsheim ist seit dem 12. Juli 1951 beziehbar und steht allen Mitgliedern des Berliner Sportverbandes zur Verfügung. Die Betriebsführung hat die Berliner Sport-Toto GmbH, übernommen. Der volle Pensionspreis einschließlich Zimmer bei vier Mahlzeiten täglich beträgt DM 5,75. Anmeldungen von Mitgliedern des Berliner Schachverbandes, soweit sie das Erholungsheim benutzen wollen, sind an die Geschäftsstelle des Sportverbandes zu richten. Aus den Vereinen Schachverein Kottbusser Tor: Zu Ehren des im Kriege gefallenen Schachfreundes Alwin Linke veranstaltete der Schachverein Kottbusser Tor das "Alwin Linke Gedächtnisturnier" in zwei Gruppen. Sieger in Gruppe A wurde Schachfreund Hermann Zander vor Vereinsvorsitzenden Walter Schmidt und in Gruppe B Schachfreund Heinrich Tschammer vor Schachfreund Walter Gay. Schachgesellschaft Eckbauer: Für September sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Dienstag, den 4.9. ab 19 Uhr: Meister A. Grohmann. Vortrag und Simultanspiel, Dienstag, den 11.9. ab 19 Uhr: Meister K. Gumprich, Vortrag und Simultanspiel, Dienstag, den 18.9. ab 19 Uhr: Altmeister Fr. Vogt, Handicap-Simultanspiel mit Uhren, Freitag, den 21.9. ab 19 Uhr: Altmeister Fr. Steneberg, Vortrag und Simultanspiel, Demnächst (Termin folgt) Meister Dr. Lehmann, Blindsimultan an 8—10 Brettern. Neuköllner Schachfreunde: Neues Spiellokal: Restaurant Mohaupt, Weserstraße 58, Ecke Wildenbruchstraße, Telefon: 620824. Spieltage: Montag und Donnerstag ab 19 Uhr. Am 6. August begann das Turnier um die Meisterschaft von Neukölln. Die vom Bezirksamt und von Neuköllner Firmen gestifteten wertvollen Preise entsprechen der Bedeutung dieses Turniers, das über den üblichen Vereinsrahmen hinausreicht und der Werbung für unser Schach dienen soll. Spiellokal: Boddinstraße 55/56 (Schule), Zeit: Montags, mittwochs, freitags ab 19¾ Uhr. Stand nach der 7. Runde: Dahl 5½, Esser 4 (1), Delander 3½, Schwarz 3 (2), Lehmann 3 (1), Köttler 3, Steneberg 2½, Ludwig 2½, Fröhlich 2 (2), Pinkall 2 (2), Markert 2 (1). Herausgeber des Mitteilungsblattes ist der Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Der Pressewart des Verbandes Curt Seibert, Charlottenburg 9, Reichsstr. 4, Tel.: 979344. - Alle Nachrichten, die nach dem 15. jeden Monats beim Pressewart eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden.