Heft 10/11 - Oktober/November 1952)


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandese. V; Nr. 10/11 2. Jahrgang Oktober/November 1952 Ein erfolgreiches Jahr Am Sonntag, dem 19. Oktober hielt der Berliner Schach verband seinen diesjährigen Ordentlichen Verbandstag im Restaurant Feicht am Kurfürstendamni ab. -.; ' Die Berichte des Vorstandes ergaben ein erfreuliches Gesamtbild über die Arbeit £ des Verbandes im abgelaufenen Geschäftsjahr. . "£ Auf dem schachsportlichen Gebiet sind die nachstehenden Erfolge Berliner Spieler :) besonders hervorzuheben: Der Sieg des Berliner Meisters Teschner (Wilmersdorf) j; der gesamtdeutschen Meisterschaft, sein hervorragendes Abschneiden bei den lympia-Länderkämpfen in Helsinki sowie sein Erfolg in einem internationalen •? Turnier in England. Außer Teschner errang auch Dr. Lehmann (Eckbauer)vdie ,[; Berechtigung, ohne Ausscheidungskämpfe an der nächsten deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Gumprich (Eckbauer) vertrat die Berliner Farben erfolgreich in internationalen Turnieren in Holland und England. Durch einen Sieg in der gesamtdeutschen Jugendmeisterschaft bewies Darga (Wittenau), daß Berlin, auch über hervorragende Nachwuchsspieler verfügt. Auf dem Gebiet der Mannschaftswett kämpfe war die Auslandstournee der Schachgesellschaft Eckbauer ein' besonderes Ereignis. In organisatorischer Hinsicht ließ der Bericht des ersten Vorsitzenden Dr. Stüber erkennen, daß die Zusammenarbeit mit den übergeordneten. Verbänden weiterhin harmonisch verlaufen ist und daß sowohl der Deutsche Schachbund wie auch der Berliner Sportverband Verständnis für die besondere Lage der Berliner/Schach- -. Spieler haben. Der nächste Kongreß des Deutschen Schachbundes soll voraussichtlich in Berlin stattfinden. Ilie Unterbrechung des gesamten Sportverkehrs zwischen Ost und West bedingJL eine Änderung in dem Austragungsmodus der • Berliner * £ Meisterschaften. $ Die Kassenprüfung bestätigte die einwandfreie und mustergültige Führung der /* Finanzangelegenheiten durch den Kassierer Menschner und die äußerst sparsame und zweckdienliche Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel. Besonderer Beifall für den Kassenwart war die Anerkennung der von ihm geleisteten Arbeit; Die Versammlung erteilte dem gesamten Vorstand Entlastung und wählte anschließend unter der Leitung des Alterspräsidenten Deinstrop (Wilmersdorf) den tiuen Vorstand, der antragsgemäß für das neue Geschäftsjahr auf sechs Mitglieder weitert wurde. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Dr. Stüber * (Zehlendorf) wieder gewählt, stellv. Vorsitzender: Kinzel (Eckbauer), stellv. Vorsitzender und Spielleiter: Weiß (Kreuzberg), Kassenwart: Menschner (Wedding), Schriftführer: Trumpler (Kreuzberg), Pressewart: Grohmann (Eckbauer). Als Beisitzer zum Spielausschuß wurden gewählt: Siegmund (Springer Tegel) als Jugendleiter, Frau Rudnick (Eckbauer), als Frauenleiterin, ferner Plensat (Eckbauer), Trautvetter (Eckbauer), Weschke (Caissa), Linke (Kottbusser Tor) und Schwarz (Schachklub Neukölln). Mit der Kassenprüfung wurden Deinstrop (Wilmersdorf), Jericke (Wedding) und A. Menzel (Kreuzberg) betraut. In das Schiedsgericht wurden berufen: Dr. Boehtelt (Lasker) als Vorsitzender, Dr. Lehmann (Eckbauer), Koye (Lasker), Eckstein (Spandau), Jericke (Wedding), Riepenhausen (Südwest) und Körber (Humboldt) als Beisitzer. . / Wolfgang 3Iüller Pokalsieger Von Runde zu Runde halbierte sich die Zahl der Teilnehmer des Pokalturniers, bis sich schließlich Müller und Dahi (beide Wilmersdorf) für den entscheidenden n

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Kampf um den Titel des Berliner Pokalmeisters qualifiziert hatten. Dieser Kampf entwickelte sich zu einem dramatischen Duell, das erst in der dritten Partie nach zweimaligem unentschiedenem Partieverlauf. von Müller mit den schwarzen Steinen ' gewönnen wurde. Wir wünschen ihm als Vertreter Berlins bei den weiteren Kämpfen auf Bundesebene „Hals- und Beinbruch"! Aus den Vereinen Schachverein Wilmersdorf. Auf der Jahresversammlung am 6. Oktober wurde folgender neuer Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender: Deinstrop (870361), 2. Vorsitzender und Schriftführer: Seibert (979344), Spielleiter: Willi Schmidt (854979), Kassenwart: Oskar Schmidt, Jugendleiter: Heinz Scholz. Schachklub Neukölln. Am 8, Oktober wurde ein Freundschaftskampf gegen den > Berliner Mannschaftsmeister Schachgesellschaft Eckbauer mit 5l/2 zu 4% Punkten gewonnen. Ein schöner. Erfolg, selbst wenn man berücksichtigt, daß Eckbauer nicht in stärkster Besetzung erschienen war. '* Spandauer Schachverein. Das diesjähige Stiftungsfest wurde am 18. Oktober wieder, in dem nunmehr schon traditionellen großen Rahmen durchgeführt und, erhielt durch die Mitwirkung prominenter Künstler wie Maria Avanti, Maria Ney,' den Drei Travellers u. a. seine besondere Note. Bis in die Morgenstunden bewiesen die Spandauer, daß sie nicht nur ernste Schacher, sondern auch fröhliche Zecher sind. Schachgesellschaft Eckbauer. Ab 7. November werden neue behagliche Klub-r&ume im Luisen-Caf6, Spandauer Damm 3—5, am Luisenplatz, Tel. 343048, bezogen. Fahrverbindungen: U-Bahn: Richard-Wagner-Platz, Straßenbahn: 3, 54, 55, 60, Omnibus: A 21. Spieltage in Zukunft Montag und Freitag. Am 7. November zur Eröffnung ab 19.30 Uhr Blitzturniere für Mitglieder und Gäste. £ Zehlendorf (Schachgescllschaft Südwest). Ein Blitz-Wettkampf mit Wilmers- $.» dorf an 14 Brettern, bei dem jeder mit jedem Spieler der gegnerischen Mannschaft zwei Partien austrug_wurde__mit64zu 132 Punkten verloren; ein Freundschafts-Wettkampf gegen eine Mannschaft von Eckbauer wurde von Südwest mit 7 zu 2 gewonnen. — In der Jahres-Blitz-Meisterschaft führen nach der 2. Wertung in Klasse I H. Lieb mit 24 vor Mirschenz 21, Riepenhausen 20, W. Lieb 19, Wilzek 16 usw., in Klasse II Maxeion mit 16 vor Simonowitsch 14%, Lüdtke 13, Dr. Beermann 10 usw. In eigener Sache £• Auf.] dem Verbandstag wurde beschlossen, unser Mitteilungsblatt als wichtiges v' Bindeglied zwischen allen Westberliner Vereinen auch weiterhin bestehen zu lassen. Alle Vereine wurden verpflichtet, im neuen Geschäftsjahr mindestens für 50% ihrer Mitglieder das Mitteilungsblatt laufend zu beziehen. Wir würden es begrüßen, wenn reqht zahlreiche Vereine mehr als das Mindestquantum abnehmen, um hier- __/ durch die Kosten zu senken, und bitten alle Vereine, umgehend dem Pressen die.Anzahl der gewünschten Exemplare und die Adresse anzugeben, an die Mitteilungsblätter in Zukunft verschickt werden sollen. Diese Adresse soll nach Möglichkeit die gleiche sein, wie die, an die auch die Deutsche Schachzeitung zum Versand gelangt. Damit das Mitteilungsblatt ein getreues Spiegelbild des gesamten Berliner Schach- '■»): lebens geben kann, bitten wir alle Vereine weiterhin um rege Mitarbeitend um Ein- sendung von Berichten über wichtige Vereinsangelegenheiten. Alle Zuschriften i'P sind in Zukunft an den neuen Pressewart des Verbandes, Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel. 914625, 344410, zu richten. Redaktionsschluß ist.der 20. jeden Monats. .&; •" Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. ■<£' Verantwortlich: Fressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 914625, 344410 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35