Heft 12 - Dezember 1952)


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e.V. Nr. 12 2. Jahrgang Dezember 1952 Die neue Spielsaison begann Am 30. November wurde die 1. Runde der Wettkämpfe um die Berliner Mannschaftsmeisterschaft 1953 ausgetragen. 83 Mannschaften mit je acht Spielern werden sich nun in den kommenden Wintermonaten nach alter Tradition jeden zweiten Sonntag auf den 64 Feldern messen und für die Farben ihres Vereins kämpfen. Die Tatsache, daß 11 von 25 Vereinen vier oder mehr Mannschaften gemeldet haben, beweist eindeutig, daß sich dieser Wettbewerb gerade auch in den unteren Spielklassen ganz besonderer Beliebtheit freut. Eine Prognose über den vermutlichen neuen Berliner Mannschaftsmeister. zu stellen, ist außerordentlich schwer, jedoch kann man schon jetzt sagen, daß der Titelverteidiger Eckbauer neben Kreuzberg wohl Wilmersdorf als seinen schärfsten Konkurrenten zu fürchten hat; denn der Schachverein Wilmersdorf konnte seine Mannschaft gegenüber dem Vorjahr wesentlich verstärken. Zum Turnierleiter für die Mannschaftsmeisterschaft wurde Berthold Schwarz, Berlin-Neukölln, hauptpostlagernd, bestimmt. Die am 16. 11. vorgenommene Auslosung hatte folgendes Ergebnis: Stadtliga Zwischenliga Gruppe 1 Zwischenliga Gruppe 2 1. Nkl. Schachfr. 1 Kreuzberg 3 König Tegel 1 2. Wilmersdorf 1 Wilmersdorf 2 Tempelhof 1 3. Spandau 1 Eckbauer 3 Spandau 2 4. Neukölln 1 Südwest 1 Neukölln 2 5. Turm 1 Turm 2 Kottbusser Tor 1 6. Kreuzberg 1 Reinickendorf West 1 Kreuzberg 2 7. Wittenau 1 Siemens 1 Caissa 1 8. Eckbauer 1 Springer Tegel 1 Eckbauer 2 9. Wedding 1 Schallop 1 Schallop. 2 10. Lasker 1 Läufer Reinickendorf 1 Humboldt i Klasse A Gruppe 1 KlasseA Gruppe 2 Klasse B Gruppe 1 1. Humboldt 3 Neukölln 3 Kreuzberg 4 2. Wilmersdorf 3 Tempelhof 2 Weiße Dame 1 hü. Spandau 5 Spandau 3 Eckbauer 5 WA. Südwest 2 Schallop 3 Hertha 06 2 5. Lasker 3 Lasker 2 Turm 3 6. Reinickendorf West 2 Nkl. Schachfr. 2 Läufer Reinickendorf 3 7. Siemens 2 Wittenau 2 Tempelhof 4 8. Eckbauer 4 Spandau 4 Springer Tegel 2 9. Weddjng 2 Wedding 3 Neukölln 4 10. Läufer Reinickendorf 2 Humboldt 2 Wittenau Ost 1 Klasse B Gruppe 2 Klasse C 1. König Tegel 2 1. Humboldt 4 11. König Tegel 3 2. Wittenau 3 2. Wittenau 4 12. Südwest 3 3. Eckbauer 6 3. Kottbusser Tor 3 13. DeTeWe 2 4. Hertha 06 1 4. Schallop 4 5. Kottbusser Tor 2 5. Läufer Reinickendorf 4 6. Kreuzberg 5 6. Hertha 06 3 • 7. Tempelhof - 3 7. Siemens 3 8. Caissa 2 8. Springer Tegel 3 9. Wedding 4 9. Hertha 06 4 r\ ___1____

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Die nächsten Termine sind: 14.12.52 2. Runde, 4.1.53 3. Runde usw. Die 13 Mannschaften der C-Klasse spielen zusätzlich je eine Runde am 11.1., 8.2., 22.2. und 8.3.1953. Der Berliner Schachverband wünscht allen beteiligten Spielern viel Freude bei diesem sportlichen Wettstreit und den besten Mannschaften den Sieg. Nach Abschluß der Mannschaftskämpfe (29. März 1953) beginnen im April die Vorrunden zur Berliner Einzelmeisterschaft 1953, die in der neuen Spielsaison nicht mehr nach dem alten Modus ausgetragen wird. Im Spielausschuß werden z. Zt. technische Einzelheiten der Durchführung beraten, und es ist geplant, im April 1953 eine Anzahl kleiner Turniere parallel auszutragen. Die Monate Dezember 1952 bis März 1953 stehen also den Vereinen zur Durchführung ihrer eigenen Turniere voll zur Verfügung. Alle Vereinsspielleiter werden daher gebeten, den internen Terminplan so einzurichten, daß sich alle Schachfreunde im April an Turnieren auf Verbandsebene beteiligen können. Hierdurch soll die Überbelastung der Spitzenspieler, die bei dem Austragungsmodus der früheren Jahre unvermeidlich war, beseitigt werden. Zu gegebener Zeit werden wir die näheren Einzelheiten der Durchführung bekanntgeben. Vorrunde zur Deutschen Einzelmeisterschaft. Bei dem Vorturnier um die Deutsche Meisterschaft, das vom 26. 10. bis 2. 11. in Gernsbach (Baden) stattfand, konnten sich unsere Berliner Vertreter Schmidt (Tempelhof) und Mandel (Kreuzberg) leider nicht für die Endrunde qualifizieren. Bei 8 Teilnehmern belegte Schmidt mit 3½ Punkten den 5. Platz. Bemerkenswert ist, daß er mit Eisinger (1. Platz) und Machate (3. Platz) remisierte und gegen Joppen (2. Platz) gewann. Tragisch ist es, daß er in der ersten Runde gegen seinen Verbandskameraden Mandel, der mit 3 Punkten den 7. Platz belegte, verlor und hierdurch seine Chancen auf einen der beiden begehrten ersten Plätze einbüßte. ... und zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft Nach mehrfachen Umdispositionen wurde für den 29. und 30. November in Frankfurt a. M. eine Vorrunde zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft angesetzt, in der der Vertreter des Berliner Schachverbandes, Schachgesellschaft Eckbauer, mit den Vertretern des Hessischen und Badischen Schachverbandes, Frankfurt a. M. und Karlsruhe zusammentrifft. Eckbauer entsandte zu diesem Wettkampf folgende Spieler: Dr. Lehmann, Gumprich, Kinzel, Grohmann, Czach, Tenenbaum, Vogt und Steneberg. Aus den Vereinen Schachklub Springer Tegel: Am 22. November wurde das Blitzturnier für A-Mannschaften um den vom Schachklub Springer Tegel gestifteten Wanderpreis ausgetragen. Zum zweiten Mal gewann ihn die Mannschaft von Eckbauer mit 19 Punkten vor Caissa mit 18 Punkten. Mit Tanz und Tombola wurde diese gelungene Veranstaltung abgeschlossen. Schachklub Wilmersdorf: Schachfreund Mross gab am 17.11. eine Simultanvorstellung an 18 Brettern und erzielte das ausgezeichnete Ergebnis von 17 Gewinnen bei nur einem Verlust (gegen Feese). Schachgesellschaft Eckbauer: Das Blitzturnier, das zur Eröffnung der neuen Klubräume im Luisen-Cafe, Spandauer Damm 3/5, gespielt wurde, gewann Pawelczak mit 11 Punkten aus 12 Partien vor Gumprich 10, Grohmann 9½, Dr. Lehmann 9, Tenenbaum, Kinzel und Vogt je 7½. Bei einem Empfang, den der Charlottenburger Bürgermeister Dr. Batzel zu Ehren der Spitzensportler seines Bezirks im Charlottenburger Rathaus gab, wurde die Schachgesellschaft Eckbauer als Berliner Mannschaftsrneister mit einem Diplom ausgezeichnet. Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 914625, 344410 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35