Heft 8 - August 1952)


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Mitteilungsblatt des Berliner. Schachverbandes e. V. Beilage der Deutschen Schachzeitung Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin W 35 Nr. 8 2. Jahrgang August 19Ö2 Verbandsnachrichten Die letzten Mitteilungsblätter brachten neben Vereinsnachrichten im wesentlichen in Tabellenform die Ergebnisse der vergangenen Spielsaison. Platzmangel gestattete nicht, auch andere Arbeitsgebiete anzusprechen und zur Diskussion zu teilen. So ist den meisten Schachfreunden unbekannt geblieben, daß sich auf nregung des Spielausschußleiters in Berlin ein seit einigen Monaten sehr aktiv arbeitender Ingo-Arbeitskreis gebildet hat, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Grundlagen zu schaffen, die den Spielleitern der Vereine die Möglichkeit ■ geben, auf einfache und zuverlässige Weise den bestmöglichsten und richtigen Einsatz ihrer Spieler zu gewährleisten. Der Auswertungsbereich dieses Arbeitskreises erstreckt sich in erster Linie auf Berlin. Seine sehr positive Arbeit dürfte aber in aller Kürze dazu führen, daß von dieser Stelle aus zentral für ganz Deutschland die Auswertung erfolgt. Der INGO*Kreis hat bis zur Zeit etwa 400 Spieler in ihrer jetzigen Spielstärke erfaßt. Er arbeitet ständig am gesamten Regelwerk des INGO-Systems, für das ein zentraler Ausschuß für Deutschland zuständig ist und dessen Vorsitz ebenfalls beim INGO-Kreis Berlin liegt. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden von Zeit zu Zeit bekannt gemacht. Die für die einzelnen Vereine vorliegenden Zahlen wachsen sehr schnell an und geben den Spielleitern ständig Rechenschaft über die Klassifikation ihrer Mannschaften und Einzelspieler. Der Wert dieser ganz objektiv ermittelten Vergleichszahlen wäohst mit der Zeit uad der Zahl der durch INGO erfaßten Spieler. Die damit verbundene Arbeit steht in keinem Verhältnis zu den Erkenntnissen, die aus den Ergebnissen zu gewinnen sind. Es sollte keinen Spielleiter mehr geben, der nicht ernsthaft eine Erprobung des INGO-Systems über längere Zeit vornimmt. Nicht fruchtlose Diskussion über Wert oder Unwert, sondern nur die gewissen-afte und objektive Verwendung kann ein fundiertes Urteil geben. Nachstehend auszugsweise eine kleine Auslese aus den bisherigen Arbeitsergebnissen : INGO-Zahlen unter 60,00 (neue Fassung) von Mitgliedern verschiedener Schachvereine in Berlin nach dem Stand vom 16. Juni 1952 36,89/10 Teschner, Rudolf Wilmersdorf 48,36/8 Dr. Lehmann, Heinz Eckbauer 48,54/7 Richter, Kurt Lichtenberg 56,31/5 Koch, Berthold Seelenbinder 57,12/4 Grohmann, Gottfried Eckbauer 57,30/3 Pawelczak, Adolf Kreuzberg 57,76/2 Lieb * Zehlendorf . 59,84/1 Wasenberg Wedding 59,86/6 Mross, Paul Eckbauer Die hinter dem Schrägstrich stehende Ziffer gibt die Anzahl der ausgewerteten Turniere an, die zur Festsetzung der INGO-Zahl herangezogen worden sind. Je größer diese Ziffer ist, um so zuverlässiger ist der INGO-Wert!

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I INGO-Zahlen aus der Berliner Einzelmeistersohaft 1952 Turnierniveau: 116,19 Stichtag 26. 5. 1952 Teschner . • Darga . . . Richter, K. . Schmidt, W. Mandel . . . 36,89/10 74,13/6 48,54/7 63,69/8 67,32/9 Mross.....62,15/5 Kirchhammer . 63,71/6 Elstner .... 68,96/9 Kühn..... 72,03/10 Seiffert .... 73,35/7 Roesner. . . . 66,06/6 Hallbauer . Rhoden Hopp . . Vogel, W.. Pflughaupt Maaß . . 62,43/5 77,08/4 66,97/4 78,32/5 68,77/4 75,50/4 Der INGO-Kreis (Geschäftsstelle: Hans Rammin, Berlin-Charlottenburg 9, Fre-dericiastr. 7, Ruf: 929995) erteilt jede Auskunft (Rückporto erforderlich) und übernimmt die Einweisung von INGO-Bearbeitern in den Vereinen. Die Vereine können auch Wettkampf-Ergebnisse an den INGO-Kreis senden, der die Ausrechnung vornimmt. Aus den Vereinen Zehlendorf (Schachgesellschaft Südwest). Auf der Jahreshauptversammlung im Juli wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt; er besteht aus den Herren Dr. Stüber (1. Vors.), Riepenhausen (2. Vors.), Fenners (Kassenwart), Gettner (Spielleiter), Großkopf (Jugendwart) und Frau Wilzek (Gerätewart). Für die Ermittlung der Blitzspielmeisters wurde ein Jahresturnus von vier Wertungsturnieren beschlossen. — In den Mannschaftskämpfen um den „Zehlendorfer Wanderpreis** erzielte Herr Walter Mirschenz (Südwest) das beste Ergebnis der vier Spitzenspieler: er gewann gegen Flad (Lasker) und Seeliger (Schallopp) und remisierte mit Dahl (Wilmersdorf). Das Bezirksamt Zehlendorf hat als Wanderpreis eine wertvolle Porzellanskulptur gestiftet, die der siegreichen Mannschaft vom SV. Wilmersdorf Anfang August übergeben wird. — Für die Verbands-Pokal-meisterschaft qualifizierten sich aus 32 Bewerbern die Herren Gerstenberger, Lüpke und Riepenhausen. Als „ewiger Wanderpreis4' für das Vereinspokalturnier wurde von dem ältesten Mitglied des Vereins, Herrn Fritz Peller, ein Schachspiel von Seltenheitswert gestiftet. — Am Sommerturnier, das in Gruppen zu je vier Spielern doppelrundig ausgetragen wird, beteiligen sich 20 Mitglieder; eine der Gruppen spielt ein Thematurnier (Sizilianisch). Schachklub Turm: Die Berliner Damenmeisterschaft 1952 gewann zum 5. Male, davon viermal hintereinander, mit einem Jahr Unterbrechung, Frau Friedl Redlich, die Gattin unseres verdienten Spielleiters Bruno Redlich. Klubmeister 1952 wurde Schachfreund Gerhard Treumann. 2. und 3. Winnfried Pflughaupt und Bruno Redlich (punktgleich). Es enttäuschte Bodo Rhodin, der bei 14 Teilnehmern nur 7. wurde. In der 1. Klasse siegte Schachfreund Albert Grimm, vor den Jugendlichen Walter Gerlach und Schachfreund Hans Jeroske. In dei 2. Klasse siegte Schachfreund K. Teuber vor H. Dittrich. In der 3. Klasse siegte der „Neuling4* Schachfreund E. Sander vor dem 16jährigen P. Rechenberg. Ein Sommerturnier, 40 Teilnehmer in drei Klassen, hat begonnen. Neuköllner Schachfreunde: Die Blitzmeisterschaft verteidigte mit Erfolg unser Schachfreund Fritz Pinkall. Mit 1 Punkten (aus 22) wurde er vor Schachfreund Heinz Ludwig 1654 Pkt. Sieger des Blitzturniers und damit „Meister für 1952". Die Schachfreunde W. Siebenwirth und H. Emmeluth spielten sich durch unser K. 6. Turnier und vertreten uns auf Verbandsebene. Einer unserer treuesten und pflichteifrigsten Schachfrounde „Hermann Runow" ,hat uns für immer verlassen. Am 27. 6. 52 erlag er im Vereinslokal einem Herzschlag. Unseren Herrmann Runow werden wir nicht vergessen. Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Presse wart des Verbandes Curt Seibert, Charlottenburg 9 Reichsstr. 4, Tel.:.979344. . •