Heft 3 - März 1953


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V. Nr. 3 % 3 Jahrgang AJärz 1953 Deutsche Schach-Elite kommt nach Berlin Zum ersten Mal seit Bestehen des Deutschen Schachbundes wird Berlin in diesem Jahr Austragungsort der Deutschen Einzelmeisterschaft sein. In der Zeit vom 30. März bis 14. April werden in den Räumen des Restaurants Feicht, Kurfürstendamm 193, die Besten im Reiche der 64 Felder um den höchsten Titel kämpfen, den das deutsche Schach zu vergeben hat. Neben unserem Deutschlandmeister und Titelverteidiger Rudolf Teschner (Wilmersdorf) wird Dr. Lehmann (Eckbauer) die Berliner Farben auf diesem Turnier vertreten. Teilnahmeberechtigt sind 24 Spieler, und von der Anzahl der Zusagen wird es abhängen, ob das Turnier als Rundenturnier oder nach Schweizer System bzw. in Gruppen ausgetragen wird. Der Berliner Schachverband hofft, daß alle Berliner Schachfreunde an diesem einmaligen Großereignis regen Anteil nehmen und durch Werbung für diese Veranstaltung dazu beitragen, daß dieses Turnier zu einem vollen Erfolg wird. Ein ausführliches Programmheft wird rechtzeitig über alle Einzelheiten der Durchführung unterrichten. Gleichzeitig wird in Berlin am 11. und 12. April der Kongreß des Deutschen Schachbundes abgehalten. Deutsche 3Iannschaftsmeistersehaft Die Zwischenrunde der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft wird am 7. und 8. März in Hamburg ausgetragen. Die Schachgesellschaft Eckbauer trifft als Vertreter Berlins auf den Hamburger Schachklub von 1830 und den Bielefelder Schachklub von 1883. Die siegreiche Mannschaft dieses Turniers trifft in der Endrunde auf den Sieger der anderen Zwischenrunde, in der Düsseldorf, Freiburg und München spielen. Berliner Einzelmeisterschaft erst im September Die im Februar-Mitteilungsblatt angegebenen Termine für die Berliner Einzelmeisterschaft 1953 müssen in Anbetracht der Deutschen Einzelmeisterschaft verschoben werden. Das Meister- und Vormeisterturnier wird nicht vor September begonnen, während die übrigen Turniere u. U. schon früher ausgetragen werden. In der nächsten Spielleitersitzung werden diese Fragen endgültig geklärt werden. Endspurt in der Mannschaftsmeisterschaft Nach der 6. Runde der Berliner Mannschaftsmeisterschaft 1953 führen in der Stadtklasse Wilmersdorf, Kreuzberg und Eckbauer mit Abstand das Feld an. Unter diesen wird der neue Berliner Mannschaftsmeister zu suchen sein. Da Kreuzberg und Eckbauer noch in der 7. bzw. 9. Runde gegen den Spitzenreiter Wilmersdorf zu spielen haben, wird es noch einen spannenden Endkampf um den Titel geben. \ Auch in den übrigen Spielklassen wird mit dem gleichen Eifer und Ernst um cfai Aufstieg oder die drohende Abstiegsgefahr gekämpft. Die gefürchtete 7. Runde wird in verschiedenen Gruppen schon stark zur Klärung beitragen. Die nachstehende Übersicht zeigt den Stand nach der 6. Runde. Stadtliga 1. Wilmersdorf........32% 6. Neuköllner Schachklub . . . 22% 2. Kreuzberg.........31 7. Spandau......... 22% 3. Eckbauer..........29 8. Wittenau......... 20% 4. Wedding..........26 9. Turm........... 16 5. Lasker...........24% 10. Neuköllner Schachfreunde . . 15% Zwischenliga, Gruppe 1: Läufer Reinickendorf 1 mit 34 vor Wilmersdorf 2 und Südwest 1. Zwischenliga, Gruppe 2: Tempelhof 1 mit 38% vor Kreuzberg 2 und Eckbauer 2.

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AUS UC1I Schachgesellschaft Südwest: Die Vorrundenkämpfe im Winterturnier wurden beendet. Einige Überraschungen blieben nicht aus; so konnten bewährte Zwischenligaspieler wie Großkopf, Pickert, Riepenhausen und Schilling sich nicht für die Gruppe IA qualifizieren. Der Klubmeister und die neue Rangfolge werden in 4 Gruppenturnieren mit je 8 Teilnehmern ermittelt. — Am 3. 2. hielt Schachmeister Ludwig Rellstab, Hamburg, einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Probleme der Schachstrategie (mit Erläuterungen am Demonstrationsbrett) und spielte simultan an 20 Brettern mit dem Ergebnis -f-15» =4, —1 (Lüpke). — Das von Direktor Fritz Preller als Wanderpreis gestiftete wertvolle Schachspiel mit Elfenbeinfiguren wurde dem Klubmeister und Pokalsieger des Vereins, Herrn Walter Mirschenz, übergeben und mit einer Beratungspartie (Mirschenz und Beratende gegen Gerstenberger und Beratende) eingeweiht, die unentschieden endete. Schachverein Wilmersdorf: Am 2. 2. gab das Bezirksamt Wilmersdorf im Restaurant Janika einen Empfang für erfolgreiche Sportler des Bezirks. Hierbei wurde Rudolf Teschner als Olympiateilnehmer, Deutscher Meister 1952 und Berliner Meister 1952 besonders geehrt. Als Erinnerungsgabe überreichte ihm der Bürgermeister ein wertvolles Buch über die Olympiade in Helsinki. — Ein stark besetztes Meisterturnier, das gleichzeitig als Trainingsturnier für die deutsche Einzelmeisterschaft gedacht ist, läuft z. Z. in den Klubräumen des Vereins Hohenzollerndamm, Ecke Gieselerstr. Außer dem Deutschlandmeister Teschner, dem deutschen Meister Dr. Lehmann und dem Berliner Pokalsieger Müller beteiligen sich hieran die Jugend-me.ister Budrich, Darga, und Fuchs. In der 1. Runde gewannen Teschner gegen Darga und Budrich gegen Müller, während die Partie Dr. Lehmann gegen Fuchs abgebrochen wurde. Gespielt wird jeden Donnerstag ab 18 Uhr. — Zu einem Vierertreffenr das der S.V. Motor, Wilhelmsruh, am 31. 1. und 1.2. veranstaltete, konnte der Schachverein Wilmersdorf nur eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft entsenden und belegte hinter Wilhelmsruh (38 Punkte), Hamburger Schachgesellschaft und Werner Seelenbinder tys 3254 Punkte) mit 17 Punkten den letzten Platz. Gespielt wurde an 20 Brettern. Schachklub Humboldt: In der Ende Januar stattgefundenen Generalversammlung wurde der bisherige Vorstand unter Hinzuziehung von Schachfreund • Wolff als neuem Spielleiter wiedergewählt. — Bei reger Beteiligung und spannenden Kämpfen wurden die Turniere um die Vereinsmeisterschaft zum Abschluß gebracht. A-Klasse: Klubmeister wurde nach Stichkampf Kluge mit 10% (aus 13), 2. Höppner 10%, 3. Wolff 81/*, 4. Herholz %%, 5. Schmidt 8, 6. Kutscha 7%. B-Klasse: 1. Marschall 7% (ausll), 2. Reuß 7,3. Gräfe 7, 4. Reutter 6%. C-Klasse: 1. Stieg 8i/2 (aus 9), 2. Hoffmann 7, 3. Schön 6. Schachgesellschaft Eckbauer e.V.: Am 30. Januar fand die Jahreshauptversammlung statt. Der bisherige Vorsitzende Alfred Kinzel mußte sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegen. Folgender Vorstand wurde gewählt: 1. Vors.: /ranz Rinkleff, Bln.-Charlb. 4, Witzlebenstr. 18, Tel. 923056; 2. Vors.: Franz Peu-fker, Bln.-Charlb. 5, Xeufertstr. 6; 1. Kassierer: Erich Plensat, Bln.-Tempelh., "Manfr.-von-Richthofenstr. 16; 2. Kassierer: Frieda Giese; \. Schriftf.: Hans Ram-' min, Bln.-Charlb. 9, Fredericiastr. 7, Tel. 929995; 2. Schriftf.: Heinz Berger; Spielleiter:. Georg Meyer, Bln.-Charlb. 1, Charlottenburger Ufer 15. Läufer-Reinickendorf: In der am 14. 1. stattgefundenen Jahresversammlung wurde folgender Vorstand gewählt: 1. Vors.: Eugen Schwenke, Bln.-Reinickendorf 1, Becherweg 23; 2. Vors.: A. Schanzenbach, Bln.-Reinickendorf 1, Walderseestr. 30; 1. Schriftf.: A. Redlich, Bln.-Reinickendorf 1. Breitkopfstr. 109; Kassierer: W. Kranert, Bln.-Reinickendorf 1, Aroser Allee 144; Spielleiter: H.Lemke, Bln.-Reinickendorf 1, Lindauerstr. 43. Herausgeber: Berliner Schach verband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 9146 25, 34 4410 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W35