Heft 5 - Mai 1953


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V. Nr. 5 3. Jahrgang Mai 1953 Deutsche Meisterschaft, das Schachcreignis des Jahres „In West-Berlin ist dieser Tage unter ungewöhnlicher Anteilnahme der Öffentlichkeit das Turnier um die Deutsche Schachmeisterschaft zu Ende gegangen. Sie ist das Schachereignis dieses Jahres in der Bundesrepublik, auf das nicht nur die deutschen Schachfreunde mit größtem Interesse blickten, sondern auch alle jenseits der Grenzen. Denn das deutsche Schach hat in der Schachwelt längst wieder einen guten Klang.4' In diesen Sätzen, die Alfred Brinckmann im Hamburger Anzeiger schrieb, ist alles enthalten, was man zum Abschluß dieser einmaligen und in jeder Beziehung harmonisch verlaufenen Veranstaltung sagen kann. Über den Verlauf des Turniers ist im größten Teil der Tagespresse ausführlich berichtet worden, und die Einzelheiten des schachlichen Geschehens wird die Deutsche Schachzeitung eingehend schildern, so daß wir uns damit begnügen, hier den Schlußstand festzuhalten: 1. Unzicker 12, 2./3. Heinicke, Dr. Lehmann je 9, 4./6. Gilg, Hahn, Pfeiffer je 8%, 7./9. Eisinger, Hönlinger, Teschner je 8./10. Joppen je 7, Christoph, Dr. Lange je 654, Jäger> Schuster je 6, Heemsoth 4%, Stephan 4. Eckbauer vor Wilmersdorf Bis auf wenige Hängepartien ist die diesjährige Berliner Mannschaftsmeister-schaft beendet. Zum drittenmal innerhalb der letzten vier Jahre errang die Berliner SchachgeseüschaTt Eckbauer den l'itel des berliner Mannschaftsmeisters. In dem entscheidenden Kämpf gegen Wilmersdorf "Blieb Eckbauer mit 5% zu 2% klarer Sieger. Schlußstand der Stadtliga: Eckbauer 47%, Wilmersdorf 44, Kreuzberg 43%, Schachklub Neukölln 38%, Wedding 35%, Wittenau 34, Lasker 33% + H., Spandau 32, Neuköllner Schachfreunde 26, Turm 2454. Zwischenliga Gr. 1: Südwest 48, Läufer Reinickendorf 46 -f- H., Schallopp 45y2, Wilmersdorf II 45, Reinickendorf-West 36, Eckbauer III 35, Siemens 30, Kreuzberg III 29%, Springer Tegel 29, Turm II 15 -f H. Zwischenliga Gr. 2: Tempelhof 58%. Eckbauer II 40%, Kreuzberg II39, Kottbusser Tor 37% + H., Humboldt 35% -f H., Spandau II 31%, Caissa 30%, Schachklub Neukölln II 29%, Schallopp II 28%, König Tegel 28. Südwest und Tempelhof steigen also in die Stadtliga auf, während Neuköllner Schachfreunde und Turm im nächsten Jahr in der Zwischenliga spielen müssen. Die Ergebnisse der A-, B- und C-Klasse veröffentlichen wir im nächsten Mitteilungsblatt. : Münchener Schachklub Deutscher Meister In der Endrunde der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft, die am 29. März in Berlin ausgetragen wurde, verteidigte der Münchener Schachklub erfolgreich seinen Titel. Mit 2% zu 5% Punkten wurde die Mannschaft der Schachgesellschaft Eckbauer von den routinierteren Gästen aus München geschlagen. An den einzelnen Brettern gab es folgende Ergebnisse: Dr. Lehmann 0 gegen Unzicker 1, Gumprich 1 gegen Steger 0, Grohmann 1 gegen Kuhnert 0, Kinzel 0 gegen Maier 1, Tenen-baum 0 gegen Thiermann 1, Vogt % gegen Hoecht %, Steneberg 0 gegen de Car-bonnel 1, Probst 0 gegen Paul Kieninger 1. Schach bei „Wassersport und Wochenend" Im Rahmen der Ausstellung Wassersport und Wochenend kam auch das Schachspiel durch drei Simultanvorstellungen zur Geltung. Pawelczak (Schachklub Kreuzberg) spielte zweimal und erzielte + 11 = 1—2 bzw. -+- 10 = 2 — 1. Koye Schachkl(ub Lasker) erreichte + 7 = 2 — 4.

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Schönebergcr Sportwoche Auch im Rahmen dieser Veranstaltung, die vom 3. bis 10. Mai läuft, ist ein Schachwettkampf geplant. Am 4. Mai, 19 Uhr, spielt im Rathaus Schöneberg Lasker II gegen Weiße Dame. Gleichzeitig ist für Gäste ein Simultanspiel an 10 Brettern vorgesehen. Aus den Vereinen Schachgesellschaft Eckbauer e.V.: Am 7. April spielte der Hamburger Meister Ludwig Rellstab gleichzeitig an 31 Brettern mit dem Ergebnis -f- 19 = 5 — 7. Der neue Meister von Deutschland Wolfgang Unzicker hielt am 15. April einen außerordentlich interessanten Vortrag über das Stockholmer Interzonen-Aus-scheidungsturnior und erläuterte anschließend am Demonstrationsbrett einige seiner Partien, mit denen er den zahlreichen Zuhörern einen fesselnden Einblick in sein weit berechnendes Kombinationsspiel gab. Schach verein Wilmersdorf: Das Sechs-Meisterturnior, das als Trainingsturnier zur Deutschen Meisterschaft veranstaltet wurde, zeigte folgendes überraschende Schlußergebnis: 1. Budrich 3%, 2./3. Teschner und Fuchs je 3, 4./5. Darga und Müller je 2, 6. Dr. Lehmann 11/2. — Am 16. April hielt Schachfreund Seppelt einen beifällig aufgenommenen Vortrag, in dem er verschiedene Partien der Deutschen Meisterschaft erläuterte, und spielte anschließend simultan. Von 16 Partien gewann er 12, machte eine unentschieden (gegen Mekas) und verlor drei (gegen Dr. Dworäky, Oskar Schmidt und Zurek). Schachklub Kreuzberg e.V.: Auf der sehr gut besuchten Jahreshauptversammlung wurde am 24. April folgender Vorstand einstimmig gewählt: l.Vors.: Bernhard E. Weiß, Berlin SW 29, Zossener Str. 52, Tel. 663815; 2. Vors.: Willi Trumpler; Turnierleiter: Gerhard Kiehl; stellv. Turnierleiter: Willi Schaffert; Kassenwart: Arn. Menzel; Schriftführer: Guse; Materialwart: Schindler; Jugend-leiter: Dieter Weber und Dieter Lemke. Anschließend wurden den Siegern der Klubturniere wertvolle Preise überreicht, die aus Spenden von Freunden des Schachklubs stammten. Klubmeister 1953 wurde Mandel mit 9]/2 vor Delander 9 und Roesner iy2. In Klasse 2 siegte Heise mit o]/2 vor Thunig 5 und Simon 4%, in Klasse 3 Hildebrandt vor Schaffert, in Klasse 4 Wilke vor Depkat und Alf. Menzel und in Klasse 5 Sta'anke vor Trumpler und Stark. — Bei den Berliner Mannschaftswettkämpfen erzielten folgende Spieler die besten Ergebnisse: 1. Mannschaft: Pawelczak 83%. Roesner 78%, Schulz 67%; 2. Mannschaft: Lohße 89%, Schaffert 67%, Dieter Lemke 50%; 3. Mannschaft: Dieter Weber und Hildebrandt je 56%, Dietmar Weber und John je 50%; 4. Mannschaft: Preiß 78%, Hartmann 72%, Wilke 56%; o. Mannschaft: Bommhard 72%, Dopkat 62%. Schach verein Kottbusser Tor: Auf der Generalversammlung am 1. April wurden die Schachfrcundo Heinrich Tschammer und Wilhelm Giese auf Grund ihrer hervorragenden Versdiente um das Vcreinslebcn einstimmig zu Ehrenmitgliedern gewählt. Die Wahl des Vorstandos hatte folgendes Ergebnis: 1. Vors.: Walter Matthcs, Berlin SW 29, Boppstr. 3; 2. Vors.: Walter Schmidt; Kassierer: Lothar Krahl; Spielleiter: Heinz Lunow; Schrank wart: Gustav Naramski; Jugendleiter und Pressewart: Heinrich Tschammer. — Die Klubmeisterschaft 1953 gewann Werner Schneider, II. Walter Schmidt, III. Walter Gottschalk. Schachgruppe DoTeWo: Die Schachgruppe ist ab 1. April 1953 dem neu-gegründeten Sportverein DeTeWe e. V., Berlin SO 36, Zoughofstr. 6 — 10, als Schachabteilung angeschlossen worden. Der Vorstand bleibt der gleiche. Schach kl üb Neukölln 03 e. V.: Alle Schachfrcundc werden nochmals zu dem aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums am Sonnabend. 9. Mai, 20 Uhr, stattfindenden Stiftungsfest in den Prachtsälen Neukölln, Jonasstr. 22, eingeladen. Herausgeber: Berliner Schach verband e. V. Verantwortlich: Pivsaewart des Yorbandes Gottfried G roh mann, Bcrlin-Charlottonburg 5, Kanlatr. 75, Tel.: 9146 25, 344410 Verlag: Waltor de Gruyter & Co., Berlin W35