Heft 6 - Juni 1953


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V, Nr. 6 3. Jahrgang Juni 1953 Im Zeichen der Pokalkämpfe In diesen Tagen beginnen zum 2. Male in allen Westberliner Vereinen die beliebten Einzelwettkämpfe nach dem K. o.-System um das ,»Silberne Schachbrett" des Berliner Schach Verbandes. Titelverteidiger ist Seh ach freund Wolfgang Müller vom Schachverein Wilmersdorf. Die Kämpfe, die auf Vereinsebene bis spätestens 25. 7. 53 abgeschlossen sein müssen, werden ab 2. 8. 53 in 14tägigem Turnus auf Verbandsebene fortgesetzt. Der neue „Berliner Pokalmeister'4, der in der Endrunde am 11. 10. 53 ermittelt wird, spielt anschließend auf Bundesebene um den vom Präsidenten des deutschen Schachbundes, H. Emil Dähne, gestifteten „Silbernen Turm" weiter. Der Sieger all dieser Kämpfe erhält als ,.Deutscher Pokalmeister" die direkte Zulassung zur nächsten deutschen Einzelmeisterschaft, die voraussichtlich im November dieses Jahres zur Austragung gelangt. Neben diesen Einzelwettkämpfen veranstaltet der Berliner Schachverband in diesem Jahre zum erstenmal auch „Pokalmannschaftskämpfe" nach dem gleichen System. Jeder Verein kann eine beliebige Anzahl von Mannschaften zu je 15 Teilnehmern melden. Diese Wettkämpfe werden an den Spielabenden der Vereine in der Zeit vom 5. 7. bis 24. 10. 53 ausgetragen. Auch hier geht es um einen vom Fach verband gestifteten Wanderpreis und um den Titel eines „Berliner Pokal-Mannschaftsmeisters". Anfang Juni erhalten alle Vereine die Ausschreibung. Eckbauer nieder auf Auslandstoiirnec Die Mannschaft der Schachgesellschaft Eckbauer (Dr. Lehmann, Grohmann, Kinzel,~Czach, Vogt, Stencborjr, v. Lägerström und Seppclt) startet«! a:n 13. Mai zu einer Wettkampfreise durch mehrere westeuropäische Länder. Nach Spielen in Heidelberg, Frankfurt, Karlsruhe und Freiburg fand in Genf die erste Begegnung mit einer ausländischen Mannschaft statt. In Spanien sind Wettkämpfe mit Burgos, Madrid, Valencia und Barcelona abgeschlossen. Ein Treffen in Aix-en-Provence schafft die Brücke nach Italien, das über die französische Riviera erreicht wird. Hier sind Savona und voraussichtlich Mailand die Gegner. Innsbruck und Salzburg sind die letzten Etappen der etwa 7000 km langen Reise. Bis Redaktionsschluß sind folgende Ergebnisse übermittelt worden: Eckbauer gegen Heidelberg 4 : 3H, gegen Frankfurt 6% : 1%, gegen Karlsruhe 6 : 2, gegen Freiburg 3 : 5 und gegen Genf Berliner Mannschaftsmeisterschaft 15)58 Schlußstand der A-Klasse, Gruppe 1: Wedding II 50, Eckbauer II 43» Lauf. Rein. II 42, Siemens II 39, Südwest II 38, Spandau V 37, Rein.-West II 35, LaskerHI 27%, Wilmersdorf III 25%, Humboldt III 23. A-Klasse, Gruppe 2: Lasker II 53, Wittenau II 46%, Neuk. Schachfreundc II 42, Humboldt II 40l/>, Tempelhof II 36%, Spandau III 34, Wedding III 32. SchalloppIII 28, Spandau IV 24, Neukölln III 23%. Wedding II und Lasker II steigen zur Zwischcnliga auf, während Humboldt III und Neukölln III im nächsten Jahr in der B-Klasse spielen müssen. B Klasse, Gruppe 1: Weiße Dame I 50%, Eckbauer V 43l/2, Kreuzberg IV 39%, Tempelhof IV 38%, Turm III 38, Lauf. Rein. III 35, Hertha 06 II 34, Neukölln IV 28, Spring. Teg!"ll 27, Witt.-Ost I 25. B-Klasse, Gruppe 2: Hertha 06 I 50%, Kottb. Tor II 48%, Wittenau III 45, Caissall 44%, Tempelhof III 38, DeTeWe I 31, Wedding IV 27%, Eckbauer VI 27%, König Teg. II 24, Kreuzberg V 23%. Weiße Dame I und Hertha 06 I steigen in die A-Klasse auf, während Writt.-Ost I und Kreuzberg V im nächsten Jahr in der C-Klasse spielen müssen. Die Ergebnisse der C-Klasse veröffentlichen wir im nächsten Mitteilungsblatt, da z. Zt. hier noch Stichkämpfe um den Aufstieg stattfinden.

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Der Wettkampf Lasker II gegen Weiße Dame I. der im Schöneberger Rathaus am 4. Mai ausgetragen wurde, endete mit dem Ergebnis 5J/i : 22« Simultan spielte Schachfreund Koye an 13 Brettern und erreichte 4-8—4—1. Kreuzberger Sportwoche Tm Rahmen einer großen Veranstaltungsreihe, an der sich alle Sportarten des Bezirkes mit Vorführungen in der Zeit vom 13. —21. 6. 53 beteiligen, ist auch Schach mit 3 Veranstaltungen vertreten. Es werden durchgeführt: am 14. 6. ab 14 Uhr 30 eine Simultanveranstaltung an etwa 30 Brettern, ab 18 Uhr ein Blitzturnier. Diese Veranstaltungen finden im Viktoria-Park statt und sind für jeden Schachfreund offen. Ferner beginnt in der Sportwochc in 3 Vorgruppen und einer Endrunde zum 3. Mal die Kreuzberger Bezirksmeisterschaft, an der in Kreuzberg wohnende Schachfreundo und Mitglieder Kreuzberger Schachvereine teilnehmen können. Titelverteidiger ist Schachfreund Walter Freitag. Anmeldungen hierzu nimmt der Schaehclub Kreuzberg an seinen Spielabenden bis 19. 6. 53 entgegen. Aus den Vereinen Zehlendorfer Wanderpreis: Die Kämpfe um den vom Bürgermeister des Bezirkes Zchlendorf im vorigen Jahr gestifteten ,,Wanderpreis der südlichen Vororte'* haben begonnen. Beteiligt sind wieder die Vertretungen von Wilmersdorf, Lasker, Schallopp und Südwest. Es wird jeweils an 20 Brettern gespielt. Favorit ist die Mannschaft des SV. Wilmersdorf mit Meister Teschner am Spitzenbrett, die den Wanderpreis verteidigt und in der ersten Runde gegen Südwest ein 12:8 erzielte, während Schallopp und Lasker einander in der ersten Runde einen ausgeglicheneren Kampf lieferten (&y2 : 5% bei 8 Hängepartien). Am 28. 5. spielen Südwest gegen Lasker und Wilmersdorf gegen Schallopp, am 11.6. Schallopp gegen Südwest, am 16. 6. Lasker gegen Wilmersdorf. Die Siegerehrung, verbunden mit einem Blitzturnier, findet am 22. 6. im Klubheim des SV. Wilmersdorf am Fehr-bolliner Platz statt. — Einen Parallel-Wettbewerb an 15 Brettern führen SK. Weiße Dame und die zweite Vertretung von Wilmersdorf, Lasker und Schallopp durch. — Die Wottkumpf-Ergebnisse veröffentlichen wir in der nächsten Nummer des Mitteilungsblattes. Sehachgesellschaft Südwest (Zehlcndorf). Mit 6% Punkten aus 7 Partien gewann der 19 jähriges Schüler Harald Lieb die Gruppe I A und damit die Klubmeisterschaft 1952/53 vor Knick, Mirschcnz, Bönnighausen, Gerstenberger, Waldt, Palowitz und Wilzek. In Gruppe IB siegte der 22jährige Student Peter Lüpke vor Unverdroß, Ricpcnhauscn, Schilling. Pickert, Seidel, Gettner, Dr. Stüber, in Gruppe IIA Günter Schneider vor Göldncr, Fleischer usw., in Gruppe JIB Teske vor Ühlsen, Dr. Beermann usw. Schachklub Lasker Die Jahrcs-Hauptversammlung vom 27.4.53 wählte einstimmig folgenden Vorstand: 1. Vorsitzender: Martin Fröhlinghausen, Bln.-Schönebcrg, Martin-Luther-Straße 57, Tel. 719019; 2. Vorsitzender: Paul Lohauss, Bln.-Schöncberg, Bozener Straße 19; 3. Voritzender: Max Dziallas, Bln.-Schöneberg, Kolonnenstraße 1; Spielleiter: Hans Blaesing, Bln.-Schöneberg, Gutzkowstraße 9; Jugend wart: Wolfgang Dreher, Bln. -Schöneberg, Berchtesgadener Straße 18. Der bisherige langjährige 1. Vorsitzende, H. Dr. Boethelt, schied auf eigenen Wunsch, der bisherige 2. Vorsitzende, H. Koye, durch Wohnsitzwechsel außerhalb Berlins (in Kürze) aus dem Vorstand aus. Den Herren Dr. Boethelt, Koye und Köcher wurde in Anbetracht ihrer Verdienste um den Verein die Ehrenmitgliedschaft angetragen und H. Dr. Boethelt darüber hinaus zum Ehrenvorsitzenden berufen. Ab sofort bezieht der Verein neue Klubräume im Cafe ,,Kaisereiche", Inhaber Alfred Frank, Bln.-Friedenau, Moselstraße 1—2 (an der Kaiser-eiche/Rheinstraßc). Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Presse wart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 914625, 344410 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W35