Heft 1 - Januar 1954


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Mitteilungsblatt des Berliner Schach verband e'is e. V- Xr. 1 4. Jahrgang . Januar 1954 Zum Jahreswechsel Wieder ist ein Jahr vorüber, und es ist ein schöner Brauch und wohl auch, eine Pflicht, zurückzuschauen und zu prüfen, ob man die Zeit genützt und der-Sache, der man sich verschrieben, gedient hat. So im Leben der Familie, im. öffentlichen Leben und so auch im Leben des Berliner Schachverbandes. Ich glaube, daß der Vorstand des B.S.V. auf das Jahr 1953 mit Befriedigung zurückblicken kann und in jeder Hinsicht für das Wohl und Wehe des B.S.V. erfolgreich gearbeitet hat. Das wichtigste Ereignis im vergangenen Jahr war' zweifellos die Austragung der Deutschon Einzelmeisterschaft in Berlin. Seit Jahrzehnten hat sie nicht in inserer Stadt stattgefunden, manche behaupten, überhaupt noch nicht. Der Ver« auf kann in jeder Hinsicht als gelungen bezeichnet werden, ei* war einwandfrei, und es gab keinerlei Mißton.* Der Austragungsraum war zentral, der Besuch und das Presse-Echo über Erwarten gut und mit der Unterbringung und Verpflegung waren alle Teilnehmer zufrieden. Ich möchte auch hierbei nochmals allen denjenigen. Stellen Dank sagen, die die Durchführung der Meisterschaft durch Bewilligung der erforderlichen Gelder unterstützt haben. Im Zusammenhang mit diesem schachlichen Großereignis fand auch der-Ordent-liche Kongreß des Deutschen Schachbundes in Berlin im Haus Gehrhua. statt und wir durften außer dem Präsidium des Deutschen Schachbundes die Vorsitzenden aller dem Deutschen Schachbund angeschlossenen Verbändein unseren Mauern begrüßen. Das Berliner Spielprogramm umfaßte wieder die Berliner Einzelmeisterschaften für Männer, für Frauen und für Jugendliche, die Pokaleinzel meisterschaft, die'Mann- Schaftsmeisterschaft und zum ersten Male die Pokalmannschaftsmeisterschaft. Noch vor wenigen Wochen führten wir einen Jugendkampf Hamburg—Berlin und zuletzt einen Wettkampf Westberlin gegen Ostberlin an 73 Brettern durch. Besonders herausstellen möchte ich die großen Erfolge unserer Jugendlichen.im vergangenen Jahr, die uns beruhigt in die Zukunft des Berliner Schachs blicken lassen. Klaus Darga endete bei der Jugendweltmeisterschaft mit dem Sieger punktgleich, Wolfram Bialas wurde Deutscher Jugendmeister und Adolf Delander Berliner Pokalmeister. Es ist mir ein Herzensbedürfnis und eine Freude, allen drei Jugendlichen nochmals neben unserer Anerkennung die besten Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg zu geben. Obgleich alle diese aufgeführten Ereignisse mit erheblichen Unkostenverbunden ren, stehen wir dank sparsamer Wirtschaft am Ende des Jahres finanziell ge- da. Allen meinen Mitarbeitern und allen ehrenamtlichen Helfern in den Klubs" möchte ich auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für ihre Opfer an Zeit und Arbeit aussprechen. Das Neue Jahr bringt neue Aufgaben! Der Vorstand hat eine Reihe von Plänen, die er hofft, 1954 verwirklichen zu können. Unseren Schachmeistern, unseren Spielern und allen Kämpfern auf den 64 Feldern, insbesondere auch allen ohrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern, wünsche ich ein< gesundes und erfolgreiches Neues Jahr. . SchachVorband e.V. Dr. Erich Stüber. Vorsitzender Berliner Einzelmeisterschaft Nachstehend geben wir den Schlußstand der Vormeister- und Hauptturniere der Berliner Einzel meisterschaft bekannt: Vor meistert urnier Gruppe '1: 1. Delander (Neukölln) 6f/2, 2. Tenenbaum (Eckbauer) 6, 3. W.Koch (Tempelhof) 5l/2, 4. Stemberg (Kreuzberg) 5, 5. Dahl (Wilmersdorf) 4, 6.,7. Haese (Wedding)

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und Lohse (Kreuzberg) je 4, 8. Wilk Schallopp 3 y>% 9./10. Etter (Spandau) und Pinkall (DTW) je 3. Vormeisterturnier Gruppe 2: 1. Flad (Lasker) 9, 2. Silbermann (Spandau) 8, 3./6. Hohensee (Tempelhof), Vogt (Eckbaucr), Wolf (Wedding) und Youston (Eckbauer) je 6, 7. Lieb (Südwest) 4U, 8. Vogel (Wittenau) 4, 9. W. Schulz (Kreuzberg) 3, 10. Breuer (Wittenau) 2, 11. Neumann (Wittenau) l/,. Hau pt-turnier Gruppe 1: 1. Soppelt 9, 2. Grabert 7 Vi9 3. Redlich 6»/2, 4. Dr. Thorban 6, 5. Bpltz ox/>, 6. Berger ö, 7./8. G. Schulz und Köster je 4 ]■<,, 9. Reiher 4, 10. Sandner 2%»'11'* Baake 0. Hauptturnier Gruppe 2: 1. Grossmann 71*, 2. Langanki 7, 3./4. Faerber und Liebs je 6 yi9 5./6. Feld und Ebersbach je 6, 7./8. Strauch und Hillbrunner je 5 !/2, 9./10. Scheffler und Niebling je 5, 11. Liesegang 3 lA, 12. Seeck 2. Haupt.turnier Gruppe 3: 1. Bläsing 9, 2. W. Weiss 8 ••.',, 3. v. Lagerström 7, 4./5. Gohle und Laegel je 6>4, 6. .Wolsdorf 6. 7./8. Schmidt und Kühn je 41/., 9. Dr. Boethelt 4, 10./11. Buttmenn und Koerner je 3 J.-i, 12. Schwarz 2 \'.,. Hauptturnier Gruppe 4: 1. Karge 1 KU9 2. Bauer 6, 3. Knick 5 •/,, 4./o. Jerzewski und Netz je 4 \A, 6. Haum 4, 7./9. Heise, Riepenhausen und Schneider je 3 l/2, 10. Hanisch 2%. Die Sieger der Stadtturniere veröffentlichen wir im nächsten Mitteilungsblatt. In verschiedenen Gruppen sind noch Stichkämpfe um den Auf- und im Gange, per Spielausschuß wird die Ergebnisse allen Vereinen in einem S rundachreiben bekanntgeben. Berliner Schachleben am Jahresende .Nach mehr als zweijähriger Pause fand am 5. und 6. Dezember wieder ein Wettkämpf auf breitester Basis zwischen den Schachspielern aus Ost- und Westberlin statt. Die Senioren spielten an 53 Brettern im Rathaus Kreuzberg, die Jugendlichen und Frauen an 15 bzw. 5 Brettern im Hotel Johannis'iof. Die Ostberliner Schachfreunde errangen im Gesamtergebnis mit 86% zu 59 y2 Punkten einen überlegenen Sieg. Nachstehend die Einzelergebnisse de? doppelrundigen Wettkämpfe. Senioren: 32 zu 21, 27 zu 26. Jugendliche: 12l/2 zu 2 >/,, 9 zu 6. Flauen 4 zu I. 2 zu 3; Am Spitzenbrett der Senioren endeten beide Partien zwischen dem internationalen Altmeister Kurt Richter und dem Westberliner Meister Rudolf Teschner unentschieden. — Nach der 3. Runde der Schachmannschaftskämpfe ist in der Stadtklasse folgender Stand erreicht: Eckbauer und Kreuzberg je 16 2 + 2 H., Tempelhof 16, Wilmersdorf 14 + 2 H., Lasker 10 J4, Wittenau ;H/? + 2~H.. Süd- . w'est 914 -f 1 H., Wedding %yt + 2 H., Spandau 7*4 + 1 H., Neukölln 4>/2 -f 2 H. In der Zwischenliga Gruppe 1 führt Turm mit 12*4 vor Humboldt und Schallopp mit je 10 Punkten. In Gruppe 2 stehen Läufer Reinickendorf und N3uköllner Schachfreunde mit je 16 Punkten an der Spitze. Den |3. Platz h'ilt Eckbaue- II •mit 15 Punkten. Die nächsten Runden werden am 3. und 17. Januar gespielt. — Das Turnier der Vorsitzenden fand eine erfreulich starke Beteiligung, so daß statt der ursprünglich vorgesehenen sechs Runden nach Schweizer System neun Runden gespielt werden. Die 1. Runde brachte folgende Ergebnisse: Nieber (Wittenau) 0 — Weihs (Kreuzberg) 1, Mielke (Rein. W.) ?/2 — Zilske (Spr. Teg.) y»9 Pawlak (Spandau) 1 — Riepenhausen (Südwest) 0, Nachtigall (König-Tegel) 0 — Jericke (Wedding) 1, Rinkleff (Eckbauer) 1 - Christ (Weiße Dame) 0, Dr. Müller (Kottb. Tor) 0 -Fröhlinghausen (Lasker) 1, Reiher (Siemens) 1 — Wachsen (Neukölln) 0, Deinstrop (Wilmersdorf) 1 — Baranowski (Nkl. Schachfr.) 0, Moldenhauer (Hertha) 0 -- Hahn (Caissa) 1, Hoffmann (Turm) 1 — Wollenschläger (Tempelhof) 0. Die 2. Runde wird am Donnerstag, dem 7. Januar, im Spiellokal der Schachgesellschaft Südwest, Caf6 Daheim, Zehlendorf, Kaunstr. 16, gespielt. Hier spricht der Schatzmeister Herr Menschner >veist darauf hin, daß neue Mitgliedskarten nur bei Angabe der genauen Personalien zugeschickt werden können. Die Versendung von Blanko-Karten ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Das Postscheckkonto lautet: Berliner Schachverband, Berlin-West Nr. 4939. Herausgeber: Berliner Schach verband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 9146 25, 3444 10 Verlag: Walter do Gruyter & Co., Berlin W35