Heft 11 - November 1954


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Eckbauer Hamburg 1. Dr. Lehmann 1 Ahues 0 2. Gumprich 0 Pfeiffer 1 3. Budrich 1 Secula 0 4. Pawelczak 1 Pfaue 0 Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e.V.. Nr. 11 4. Jahrgang November 1954 Eckbauers glücklicher Start zur deutschen Mannschaftsmeisterschaft Am Sonntag, dem 17. Oktober weilte die Mannschaft des Hamburger Schachklubs von 1830 in Berlin, um mit der Berliner Schachgesellschaft Eckbauer die Vorrunde zur diesjährigen deutschen Mannschaftsmeisterschaft auszutragen. Hamburg mußte auf Heinicke, der erkrankt war, verzichten, während Eckbauer in stärkster Besetzung antrat. Nach kurzen Begrüßungsworten der Herren Rinkleff (Eckbauer) und Melzer (Hamburg) begannen um 9.30 Uhr in den schönen Räumen im Haus des Sports die Schachuhren zu ticken, und bald waren an allon acht Brettern lebhafte Partien im Gang. Die beiden Vereine, die sich in den letzten Jahren schon häufig im Kampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegenübersaßen, er- iesen sich auch diesmal als ebenbürtig, aber die Schachgöttin Caissa scheint eine leine Schwäche für die Berliner zu haben, denn Eckbauer schnitt an den oberen Brettern besser ab und wurde wieder wie im vergangenen Jahr Sieger auf Grund der Brettwertung. Nachstehend die Ergebnisse der einzelnen Partien: Eckbauer Hamburg 5. Grohmann 0 Rodatz 1 6. Kinzel 0 Melzer 1 7. Vogt 1 Mittig 0 8. Seppelt 0 Schröder 1 Nach den Turnierbestimmungen ist Eckbauer berechtigt, ohne weitere Ausscheidungskämpfe an der Endrunde der deutschen Mannschaftsmeisterschaft teilzunehmen; ein Termin hierfür steht noch nicht fest. Harald Lieb nur knapp unterlegen Der Berliner Schachverband wurde auf der deutschen Jugendmeisterschaft, die vom 30. September bis zum 10. Oktober in Braunschweig stattfand, durch seinen Jugendmeister Harald Lieb (Schachgesellschaft Südwest) würdig vertreten. Lieb behauptete sich während des ganzen Turniers in der Spitzengruppe und vergab erst in den letzten Runden durch unerwartete Niederlagen seine begründeten Siegesaussichten. Mit seinen lebhaften und interessanten Partien machte er sich bald zum „Liebling" des Braunschweiger Schachpublikuras, und seine Leistungen wurden in der dortigen Presse, die ebenso wie der Rundfunk über das Turnier aus-ührliche Berichte brachte, mehrfach besonders hervorgehoben. Mit 8 l/2 Punkten us 13 Partien belegte er hinter Gert Rinder (Bayern), einem Sohn der bekannten Scbachmeisterin, und Hans-Jürgen Klages (Niedersachsen), die je 9 Punkte erreichten, einen ehrenvollen 3. Platz. Auf den nächsten Plätzen folgten Querner (Bayern) und Wegener (Hessen) mit je 8 Punkten. In einem Blitzturnier, das zum Abschluß der Meisterschaft durchgeführt wurde, siegte Lieb mit 10% au8 13 vor Klages mit 10 sowie Querner und Wegener mit je 9% Punkten. Vorturoier zur deutschen Einzelmoisterschaft Vom 4. bis 14. November findet in Hamburg ein Ausscheidungsturnier zur nächsten deutschen Einzelmeisterschaft statt, zu dem Berlin und Hamburg je 4, Niedersachsen 2, Schleswig.Holstein und Weser-Ems je 1 Vertreter entsenden können. Für Berlin hat Darga seine Teilnahme bereits fest zugesagt, als weitere Vertreter kommen Dr. Lehmann, Teschner, Bialas und Mross in Betracht. Berliner Mannschaftsmeisterschaft Am 14. November beginnt die Berliner Mannschaftsmeisterschaft 1955 mit der 1. Runde. Mehr als 80 Mannschaften werden sich wieder an diesem Wettbewerb

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beteiligen, der im 14-Tage-Turnus in 5 Klassen ausgetragen wird. Die nächsten Runden werden am 28. 11. 1954, 12. 12. 1954 und 9. 1. 1955 gespielt. Turnierleiter ist Berthold Schwarz, Berlin-Neukölln, Karl-Marx-Str. 162/164 bei Kolberg. Berliner Sclmchtelejrramm In der Pokalmeistsrschaft des Deutschen Schachbundes trifft der Berliner Pokal-meister Adolf Delander auf Rölirich (Hessen). Die Partie wird im Laufe des Monats November in Hannover ausgetragen. — Eine Abschlußfeier des Turniers der Vorsitzenden findet am Sonnabend, dem 6. November, 20 Uhr im Restaurant Max Lau-ritsen, Berlin-Schönebcrg, Martin-Luther-Str. 45, statt. Aus den Vereinen Schachklub König e.V.: Am 12. September hatten wir in unserem Spiellokal ein Freundschaftstreffen an 10 Brettern gegen Reinickendorf-West, das mit 4 zu 6 Punkten für uns verloren ging. Den Rückkampf am 26. September konnten wir jedoch mit 8% zu lx/2 Punkten gewinnen. — Unser Winterturnier, das am 29. September begann, wird in drei Gruppen gespielt. Berliner Schachgesellschaft Eckbauer e.V.: Die Klubmeisterschaft begann am 8. Oktober mit 13 Teilnehmern. Das Turnier ist in diesem Jahr sehr stark besetzt, so daß spannende Kämpfe zu erwarten sind. Es beteiligen sich (in der Reihe der Auslosung genannt) folgende Spieler: Roesner, Kempner, Sandner, Budrich, Dr. Lehmann, Szyfter, Mandel, Kinzol. Vogt, Bialas, Pawelczak, Seppelt und Grohmann. Gespielt wird jeden Freitag im Restaurant Schultheiß am Lietzensee, Kaiserdamm 109. Schachgesellschaft Südwest (Zehlendorf): Der in Zehlendorf lebende Schachmeister Kurt Pahl ist nach lOjähriger Spielpause zum Turnierschach zurückgekehrt. Er wird bei den kommenden Mannschaftswettkämpfen für Südwest spielen. — Das Winterturnicr wurde in drei Gruppen mit je 12 Teilnehmern gestartet. — Wolfgang Müller-Lauter hielt Schach vortrage in Zehlendorfer Jugendheimen. Schach kl üb Tempelhof: Die Schachlehrgänge für Schüler des Bezirks Tempelhof finden jeden Dienstag in der Volksschule Manteuffelstraße statt. Die Kurse werden von den Herren v. Schwarzenberg und Ebel geleitet und beginnen um 16,30 Uhr für Anfänger und um 18 Uhr für Fortgeschrittene. — Das Sommerübungsturnier wird mit 56 Teilnehmern in fünf Gruppen durchgeführt. Nach dem augenblicklichen Stand haben folgende Spieler Aussichten auf die ersten Plätze: Meistergruppe: Hohensee 6, W.Koch 5%, v. Schwarzenberg und Früh je 4l/> Punkte. Gruppe AI und II: Felser und Lange je 6, Mahlert 5l/2 und Kutzore 4% Punkte. Gruppe B: Stelter Sl/2> Eduardo 7, Hagner 6l/2, Fäht 5l/2 Punkte. Gruppe C: Buth 6%, Zawade 6 und Dombrowe 5 Punkte. Schachklub Kreuzberg e. V.: Ab 26. Oktober wird jeden Diestag und Freitag in dem neuen Klublokal Victoriagarten, Kreuzbergstraße 71, Tel. 660615, gespielt. — Am 7. September fand ein Freundschaftskampf gegen den Schachklub Turm statt. Wir siegten mit 12 zu 5 Punkten, wobei an den ersten acht Brettern ein Ergebnis von 6 54 zu 1 Yz Punkten erzielt wurde. C. F. C. Hertha 06 — Charlottenburg: Angenehme Abwechslung brachten uns Einladungen nach Vetschau und Fürstenwalde. Im Hauptspiel gegen Motor Vetschau (28./29. 8.) gewannen wir mit 8 zu 7 Punkten. Auch zwei Blitzkämpfe die im Freien ausgetragen wurden, beendeten wir siegreich mit 10 zu 4 bzw. 11 zu 3 Punkten. Im Spiel gegen Motor Nord Fürstenwalde (12. 9.) stellten wir ebenfalls den Sieger mit l]/2 zu 1 ]/2 Punkten. Das Ergebnis des Rückspiels, das am 24. Oktober in unseren Klubräumen ausgetragen wurde, hieß 12J/2 zu 2 y2 zu unseren Gunsten. — Z. Zt. laufen die Winterturniere des Vereins und eine Blitzmeisterschaft. Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Presse wart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75, Tel.: 91 46 25, 3444 10 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W35