Heft 12 - Dezember 1954


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e.V. ♦ Nr. 12 4. Jahrgang Dezember 1954 Ordentlicher Verbandstag Nachdem Herr Dr. Stüber erfreulicherweise durch eine längere Kur gesundheitlich wiederhergestellt ist, wird der diesjährige ordentliche Verbandstag am Montag, dem 6. Dezember 1954, 19,30 Uhr, in dem traditionellen Tagungslokal des Berliner Schach Verbandes, dem Restaurant Feicht, Kurfürstendamm 193, abgehalten. Die Einladungen mit der Tagesordnung sind den Vereinsvorsitzenden inzwischen zugegangen. Bialas und Teschncr in der Deutschen Meisterschaft 1955 Einen schönen Erfolg errangen unsere Berliner Vertreter im Vorturnier Nord ur deutschen Einzelmeistorschaft, das vom 4.—14. November in Hamburg statt-and. Sie und die Hamburger Kleister machten sozusagen das Rennen unter sich aus. Mit dem Ex-Berliner Pfeiffer, der 8 Punkte erreichte, stellte Hamburg den Sieger. Den 2. und 3. Platz belegten mit je 7 Punkten Bialas (Berlin) und Heinicke (Hamburg). Mit 6% Punkten sicherte sich unser Meister Tesclmer den 4. Platz und erlangte ebenso wie die drei Erstplacierten die Teilnahmeberechtigung zur Endrunde der Deutschen Meisterschaft 1955. Auch Mroß und Darga schlugen sich ehrenvpll und bewiesen, daß Berlin immer noch eine Spitzenstellung im deutschen Schach behauptet. Mroß kam mit 6 Punkten auf den 5. Platz, während unser Berliner Meister Klaus Darga im Laufe des Turniers erkrankte und nur 5% Punkte erreichte. Zusammen mit Heilemann (Hannover) belegte er den 6. und 7. Platz vor Rellstab (Hamburg) mit 5 Punkten. Freundschaftskampf Nord gegen Süd Am Bußtag, dem 17. November 1954, fand im Spiellokal des Schachklubs Wodding eine Schachgroßveranstaltung statt. Damit wurden die früher im Berliner Norden traditionellen Bußtagsveranstaltungen der Nordberliner Schachvereine wieder aufgenommen. Dieses Mal fand ein Freundschaftskampf der verbündeten Vereine Wittenau, Humboldt und Wedding gegen die Kampfgemeinschaft der Südvereine Lasker, Neukölln 03 und Tempelhof statt. Nach hartem Kampf an 65 Brettern siegte schließlich der Süden mit 37% zu 27 y2 Punkten. Ein Rückkampf ist für Karfreitag 1955 im Spiellokal von Neukölln 03 geplant. Berliner Mannschaftsmeisterschaft Bereits die 2. Runde der Mannschaftswettkämpfe brachte eine sensationelle )bcrraschung. Titelverteidiger Eckbauer, der seine Mannschaft durch Bialas und Budrich gegenüber dem Vorjahr noch wesentlich verstärken konnte, unterlag gegen den Schachklub Lasker, so daß die Schachgesellschaft Südwest mit 11 Punkten vor Wilmersdorf 10 zunächst die Führung übernehmen konnte. Nachstehend die Ergebnisse der beiden ersten Runden: Stadtliga, 1. Runde: Kreuzberg—Wilmersdorf 41/2-31/4> Neuköllner Schachfreunde—Tempelhof 21/2:51/2, Wittenau—Turm 5!/>:2%, Südwest—Lasker 4:4, Eckbauer—Wedding 5i4:2»/£. 2. Runde: Wilmersdorf—Wedding 6i/2:iy2, Lasker—Eckbaucr 4y2:2l/2 (1 H.), Turm—Südwest 1:7, Tempelhof—Wittenau 4:2 (2 H.), Kreuzberg—Neuköllner Schachfreunde 2:3 (3 H.). Zwischenliga 1, 1. Runde: Siemens 1—Schallopp 1 4:4, Spandau 1—Läufer Reinickendorf 1 6:2, Wittenau 2—Reinickendorf West 1 41/2:31/2, Neukölln 2—Lasker 2 5:3, Eckbauer 2—Kreuzberg 3 ol/2:2y2. 2. Runde: Schallopp 1—Kreuzberg 3 414:214 (1 H.), Lasker 2—Eckbauer 2 4V2:2V2 (1 H.), Reinickendorf West 1—Neu-köfln 2 4l/2:31/2, Läufer Reinickendorf 1—Wittenau 2 2*4:4*4 (1 H), Siemens 1— Spandau 1 1*4:4% (2 H.) Zwischenliga 2, 1. Runde: Kreuzberg 2—Wilmersdorf 2 41/2:31/2, Spandau 2—Tempelhof 2 41y2:31/2, Kcttbusser Tor 1—Humboldt 1

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2½:5½ Neukölln 1 - Caissa 1 8:0, Eckbauer 3 - Wedding 2 6½:1½. 2. Runde: Wilmersdorf 2 - Wedding 2 6½:1½ Caissa 1 - Eckbauer 3 4:3 (1 H.), Humboldt 1 - Neukölln 1 3:4 (1 H.), Tempelhof 2 - Kottbusser Tor 1 3:4 (1 H.), Kreuzberg 2 - Spandau 2 4:4. Berliner Schachtelegramm In der deutschen Ländermannschaft, die am 20./21. November einen doppelrundigen Wettkampf an 10 Brettern gegen Jugoslawien austrug, spielten auch unsere Berliner Meister Teschner, Dr. Lehmann und Darga mit. Teschner spielte am 5. Brett gegen Matanovic 1:1, Dr. Lehmann am 7. Brett gegen Ivkow ½:1½ und am 10. Brett remisierte Darga beide Partien gegen Djurasevic. - Der Berliner Pokalmeister Adolf Delander schied durch eine Niederlage gegen Röhrich (Hessen) aus den weiteren Kämpfen um die Pokalmeisterschaft des Deutschen Schachbundes aus. - Auf allseitigen Wunsch wird das Turnier der Vorsitzenden auch im Jahre 1955 ausgetragen. Es werden wieder im monatlichen Turnus 9 Runden nach Schweizer System gespielt. Turnierleiter ist Rolf Schemm, Berlin W 35, Potsdamer Str. 158. Aus den Vereinen Spandauer Schachverein e. V.: Die Jubiläumsveranstaltungen anläßlich des 60-jährigen Bestehens sind beendet. Alle Turniere waren stark besetzt und brachten schöne Kämpfe. Das Hauptturnier und damit den Preis des Telegraf gewann Mroß vor Groß. Im Turnier der alten Herren über 60 Jahre war Karge 1. Sieger vor Pawlak. Hierfür hatte die Firma Denninger einen schönen Preis zur Verfügung gestellt. Das Damenturnier gewann Frau Klabunde mit 8 Punkten vor Frau Rudnick und Frl. Krause mit je 7½, Frau Gienow 6 und Frau Aßmann mit 5½ Punkten. Frau Klabunde erhielt vom Sportamt Spandau eine Silberschale, während die übrigen Damen von den Firmen Denninger und Berolina-Strumpffabrik gestiftete Preise bekamen. Dachroth errang im Jugendturnier den vom Amt für Jugendförderung zur Verfügung gestellten Preis, den 2. Platz belegte Henze. - Dem Sieger in der Vereinsmeisterschaft, Krawietz, wurde vom Spandauer Volksblatt ein Ehrenpreis überreicht. Auch die Sieger der übrigen Klassen wurden mit Preisen bedacht. Nachstehend die Resultate: Vereinsmeisterschaft: 1. Krawietz, 2. Rohde, 3. Groß. Zwischenliga (Gr. A): 1. Laaser, 2. Haesner. Zwischenliga (Gr. B): 1. Giebel, 2. Gruhn. 1. Klasse (Gr. A): 1. Schwenzer, 2./3. Scholl und Klehr. 1. Klasse (Gr. B): 1. Knuth, 2. Brämer. 2. Klasse: 1. Henze, 2. Röscheisen, 3. Albrecht. Sommerturnier: 1. Groß, 2. Karge, 3. Razga. Blitzturnier (Gr. A): 1. Heckel, 2. Groß. Blitzturnier (Gr. B): 1. Dachroth, 2. Lohoff. Vereins-Pokalturnier: 1. Karge, 2. Seifarth, 3. Bongs. - Für die Sieger der Zwischenliga hatte Schachfreund Seeger, der auf Besuch hier weilte, je ein Schachgemälde gestiftet. - Die Preisverteilung und Jubiläumsfeier fand am 23. Oktober im Stadtpark-Restaurant statt. Ein abwechslungsreiches Programm brachte gute Stimmung. Bei Tanz und froher Laune blieb man bis zum Morgengrauen beisammen. Schachgesellschaft Südwest (Zehlendorf): Unser Mitglied Kurt Pahl hält am Donnertag, dem 9. 12. um 20 Uhr im Cafe Daheim, Zehlendorf, Kaunstr. 16 (am Bahnhof Zehlendorf-West) einen Vortrag über das Thema "Wie gewinnt man eine Schachpartie?". Anschließend Simultanspiel. Gäste willkommen, Eintritt frei. Schachklub Weiße Dame: Ab 1. Januar 1955 wird jeden Dienstag von 19 bis 24 Uhr im neuen Spiellokal "Kleine Ratsstuben" im Rathaus Schöneberg gespielt. - In der Jahreshauptversammlung am 2. November wurde Rolf Schemm, Berlin W 35, Potsdamer Str. 158, zum neuen Spielleiter gewählt. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Allen Mitgliedern des Berliner Schachverbandes und allen Lesern unseres Mitteilungsblattes wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr! Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantstr. 75. Tel.: 914625, 344410 Verlag: Walter de Gruyter & Co. Berlin W35