Heft 2 - Februar 1954


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J Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e.V. Nr. 2 4. Jahrgang Februar 1954 Münchencr Schachklub überlegener Sieger Der Münchener Schachklub 1836, die Düsseldorfer Schachgesellschaft 1925, der Hamborner Schach verein 1922 und die Berliner Schachgesellschaft Eckbauer waren die Teilnehmer der Endkämpfe um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft 1953, die am 16. und 17. Januar in Hamborn ausgetragen wurden. Obwohl die Teilnahme an dieser Endrunde für jeden Verein bereits einen Erfolg bedeutet, den er in harten Vorkämpfen errungen hat, ist es doch ein bitteres Los, in einem Turnier Letzter zu werden. Dieses Schicksal mußte diesmal unser Berliner Vertreter tragen, der mit folgender Mannschaft spielte: Dr. Lehmann, Gumprich, Grohmann, Pawelczak, Czach, Tenenbaum, Vogt, Steneberg; Ersatz: Seppelt und Szyfter. Leider fehlte Kinzel, ein in solchen Kämpfen besonders bewährter Spieler, der z. Zt. in England weilt. In der ersten Runde traf Eckbauer auf München. Dr. Lehmann kam gegen Un- zicker verhältnismäßig schnell zu einem Remisschluß, Gumprich gewann gegen Dr. Tröger und Grohmann gegen Steger. Alle anderen Partien gingen verloren, wobei Gzach durch falsche Beurteilung eines Turmendspiels eine klar überlegene Stellung gegen Paul Kieninger noch „verschaukelte". In dem Kampf Hamborn gegen Düsseldorf blieben die Gastgeber überraschend mit 4*4 zu 3% erfolgreich. Am Spitzenbrett trennten sich Hönlinger und Georg Kieninger unentschieden. Die zweite Runde brachte dem Münchener Schachklub mit 6 zu 2 wieder einen klaren Sieg über Hamborn. Eckbauer verlor gegen Düsseldorf mit 3 zu 5, wobei Dr.-Lehmann den „eisernen" Georg Kieninger bezwang; Pawelczak und Seppelt holten die beiden anderen Punkte für Berlin. Auch die letzte Runde gegen Düsseldorf beendeten die Münchener überlegen mit 6 zu 2. Im Kampf gegen Hamborn siegten Dr. Lehmann über Hönlinger und Gumprich über Oehmen. Unentschieden spielten Grohmann gegen Stachowiak, Pawelczak gegen Eismann und Czach gegen Zilles, so daß Hamborn mit 4% zu 3% über Eckbauer Sieger blieb. Schlußstand: 1. München \iy2% 2. Hamborn 11. 3. Düsseldorf 101/*» 4- Kck-bauer 9 Punkte. Mit diesem Sieg verteidigte der Münchener Schachklub erfolgreich seinen Titel und holte sich zum vierten Male nach 1945 die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Pur die Veranstalter wird es zweifellos der schönste Lohn für die mit der Organsi- sation des Turniers verbunden Mühen und Kosten gewesen sein, daß der auf- strebende Hamborner Schachverein auf dem zweiten Platz endete und die Düssel- dorfer Schachgesellschaft (mit den bekannten Meistern Georg Kieninger, Niephaus, Loose und Engert an den Spitzenbrettern) hinter sich lassen konnte. Das schlechte Abschneiden unseres Berliner Vertreters ist hauptsächlich auf ein unerwartetes Versagen an den unteren Brettern zurückzuführen. Hier glückte den sonst in so vie.len Kämpfen bewährten Spielern kein einziger Erfolg. Dagegen muß das glänzende Ergebnis von Dr. Lehmann, der am Spitzenbrett 2 Punkte aus 3 Partien erzielte, besonders hervorgehoben werden. Am Schluß der Veranstaltung, die von dem schachfreudigen Hamborner Publikum stark besucht war, überreichte ein Vertreter der Stadt Duisburg-Hamborn den Gastmannschaften Ehrengaben zur Erinnerung an diese Meisterschaft. Teschner wieder international bewährt Bei dem internationalen Turnier in Hastings belegte unser Berliner Meister Rudolf Teschner einen beachtenswerten Mittelplatz. Schlußstand des Turniers: 1./2. Alexander und Bronstein je 6%> 3. O'Kelley de Galway 554» ./7. Matanovic, \* AI/. Q Tarfnl-numr Q \A Q

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Stand der Mannschaftsmeisterschaft In der Stadtklasse führen nach 5 Runden Wilmersdorf mit 25 -f- H. und Kreuzberg mit 25 Punkten. Auf den nächsten Plätzen folgen Eckbauer mit 23% und Tempelhof mit 21 % -f H. Beide Vereine müssen noch ihren rückständigen Kampf aus der 5. Runde nachholen. In der Zwischenliga I führt Schallopp'mit 25%l vor Turm mit 24% -f H. und in der Zwischenliga II Neuköllner Schachfreünde mit 27 vor Läufer Reinickendorf mit 26. In Gruppe A 1 steht Wittenau II mit: 36% und in A.2 Tempelhof II mit 30% Punkten an der Spitze. Gruppe B1: Wittenau III. 29 vor Hertha 06 II 26%. Gruppe B 2: Südwest III 26 vor Tempelhof HL 25% und DeTeWe I 23%. Gruppe C: Humboldt V 31%. Turnier der Vorsitzenden Nach der 2. Runde führen Fröhlingshausen, Jericke, Pawlak und Reiher -mit je 2 Punkten. Die 3. Runde wird am Donnerstag, dem 4. Februar, im Spiellokal des. Schachklubs König, Tegel, Tile-Brügge-Weg 15, ausgetragen. Berliner Einzelmeisterschaft Nachstehend die Namen der Sieger in den Stadtturnieren, die sich den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse erkämpft haben: Klasse A 1: Worrmann (Caissa) 7%, Pade (Wittenau) 6%. Klasse A2: Simon (Wilmersdorf) 7, Helwing (Turm) 6%. ./ Klasse A3: Kutscha (Humb.) 8%, Menzel (Kreuzberg) 6%. Klasse A4: Penk (R. W.) 8, Rieding (Weiße Dame) 8. Klasse B 1: Vogel (Neukölln) 9, Otto (Eckbauer) 7. Klasse B 2: Riemer (Humb.) 7, Maßnick (Turm) 6%. Klasse C 1: Depkat (Kreuzberg) 10%, Liermann (Tempelhof) 10. Klasse C3: Faust (Weiße Dame) 11» Grepel (Schallopp) 9%. Klasse C 3: Schulz (Humb.) 9, Mews (Wedding) 8. Aus den Vereinen v Berliner Schachgesellschaft Eckbauer e.V.: Am 19. Januar spielte Dr. Heinz Lehmann gleichzeitig gegen zwölf Partner ohne Ansicht der Bretter. Nach nur sechsstündiger Spielzeit gewann er 8 Partien, machte eine unentschieden und verlor nur drei (gegen Berger, Haum und Plensat). Eine ganz hervorragende: Gedächtnisleistung! — Am Dienstag, dem 16. Februar, 19 Uhr 30, findet in den Klubräumen, Restaurant Schultheiß am Lietzensee, Kaiserdamm 109, die diesjährige Hauptversammlung statt. Schachgesellschaft Südwest: Als zweiter Spielabend wurde der Montag festgesetzt. Die 1. und 3. Klasse spielen das Winterturnier wie bisher am Donners» tag, die 2.Klasse am Montag. Spiellokal: Cafe* Daheim, Zehlendorf West, Kaunstraßel6. Spandauer Schachverein: Schachfreund Otto Seeger, der seinen Wohnsitz, jetzt in der Nähe von Worms hat, weilte anläßlich der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft als Schlachtenbummler in Hamborn. Allerdings enttäuschten ihn. seine Berliner Freunde, für die er die Daumen drückte und denen er gern einen besseren Platz gegönnt hätte. Er läßt alle Berliner Schachfreunde und insbesondere alle Mitglieder des Spandauer Schachvereins hierdurch herzlichst grüßen. Er, ißt auch in seiner neuen Heimat weiter mit gutem Erfolg aktiv und errang u. a. auch die Stadtmeisterschaft von Worms. Wir gratulieren ihm herzlichst und wünschen' ihm weiterhin alles Gute! Schachvereinigung Läufer Reinickendorf: Auf der am 12. 1. 54 durchgeführten Hauptversammlung wurde folgender Vorstand einstimmig wiedergewählt: 1. Vorsitzender: Eugen Schwenke, Becherweg 23; 2. Vorsitzender: Alfred Schanzenbach, Waldcrseestr. 30; Kassierer: Walter Kranert, Aroser Allee 144; Spielleiter und Schriftführer: Alfons Redlich, Breitkopf 109; Gerätewart: Felix Eggert, Thur-gauer Str. 56, sämtlich Reinickendorf 1. — Das Weihnachtsfest wurde mit einem großen Blitzturnier gefeiert. Die Preise gewannen in Gruppe 1 Lemke, Redlich und Jensen, in Gruppe 2 Myszkowiak, Hallbauer und Kranert, in Gruppe 3 Breiter, Jordan und Eggert. Für die Letzten gab es noch einen Trostpreis. Bei Tanz und Fröhlichkeit blieben die Teilnehmer noch bis in die tiefe Nacht beisammen. Herausgeber: Berliner Schach verband e. V. . ' ' Vorant wort lieh: Presse wart des Verbandes GottfriedGrohmann, Berlin-Charlottenburg 6, Kantstr. 75, Tel.: 914625, 344410 Verlacr: Walter dfi ßrnvter h. (V>._ "Rrlm W3fi