Heft 9 - September 1954


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V. Nr. 9 4. Jahrgang September 1954 Darga in der deutschen Ländermannschaft Mehr als 30 Nationen werden sich an dem Wettstreit um den Hamilton-Russel-Cup beteiligen, der am 4. September in Amsterdam beginnt. Der Deutsche Schachbund hat in seine Mannschaft auch den Berliner Meister Klaus Darga berufen, der gemeinsam mit Unzicker, Lothar Schmid, Pfeiffer, Rellstab und Joppen die deutschen Farben vertreten wird. Für diese schweren internationalen Kämpfe wünschen ihm alle Berliner Schachfreunde viel Glück und Erfolg. Fröhlhigshausen Meister der Vorsitzenden Daß die Vorsitzenden der Berliner Schachvereine trotz ihrer starken Belastung mit organisatorischen Aufgaben auch im Turnierschach zu Hause sind, bewiesen sie in dem soeben beendeten Turnier, das nach Schwoizer System (9 Runden) ausge-ragen wurde. Den ersten Platz errang Fröhlingshausen (Laskcr) mit 8 Punkten vor Jericke (Wedding) 71/2 und Weihs (Kreuzberg) mit 7 Punkton. Mit je 5 Punkten belegten Deinstrop (Wilmersdorf), Nachtigall (König-Tegel), Riepenhausen (Südwest) und Rinkleff (Eckbauer) die nächsten Plätze. Ingo beleuchtet Berliner Meisterschafton Der Ingo-Kreis Berlin, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alle Berliner Turniere nach dem Ingo-System auszuwerten, tritt nur sei ton mit den von ihm in mühevoller Kleinarbeit ermittelten Ergebnissen an die Öffentlichkeit. Nach Berechnung der Mannschaftsmeisterschaft 1954 liegen jetzt die Zahlen für etwa 1100 Spieler aus 26 Berliner Vereinen vor. Diese Liste kann vor allen Interessenten von dem Leiter dö3 Ingo-Kreises, Hans Rammin, Berlin-Charlottenburg 9, Fredericiastr; 7, bezogen worden. An diese Anschrift sind auch alle Anfragen und Anregungen zur Ingo-Berechnung zu richten. Mit dem Ingo-System arbeiten bisher folgende' Berliner Vereine: Eckbauer, Kreuzberg, Lasker, Neukölln 03, Neuköllner Schachfreunde, Tempelhof, Hertha 06, DeTeWe und Weiße Dame. Schachberichtcrstattung in der Tagespresse Leidor wird in den meisten Berliner Tageszeitungen nur selten über schachliche Ereignisse berichtet. Diese Tatsache wird von allen Schachfreunden, wJb wir immer wieder aus Gesprächen entnehmen können, lebhaft bedauert. Nur dann, wenn die Zeitungen wiederholt aus ihrem Leserkreis Zuschriften erhalten, die die ungenügende Untorrichtung über Schachveranstaltungen bemängeln, kann u. E. erreicht werden, aß unser Schachspiel auch in der Tagespresso gebührend berücksichtigt wird. Ob-ohl wir wissen, daß ein Schachspieler in seiner Freizeit lieber zu den Figuren als zum Fodorhalter greift, appellieren wir an unsere Mitglieder, einmal in diesem Sinne an ihre Tageszeitung zu schreiben. Die jetzigen Länderkämpfe in Holland bieten hierzu eine günstige Gelegenheit. Aus den Vereinen Schachklub Tempolhof: In der Jahrosmitgliedervorsammlung wurde auf Vorschlag des Ehrenvorsitzenden Herrmann Gulwoida der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt. 1. Vorsitzender: Walter Wollenschläger, Berlin-Mariendorf, Kur-fürstenstr. 64a, Tel. 758063, von 8—17 Uhr 757978; Stellvortr. Vorsitzender: Hans Röhmhild, Berlin-Tompelhof, Wintgensstr. 6; Spielleiter: Richard Stange, Bcrlin-Fricdcnau. Kauschstr. 7, Tel. 716995, von 8—16 Uhr 616996; Kassenwart: Arno Paulo, Berlin-Manendorf, Prühsstr. 81b bei Merten, Tel. von 7—17 Uhr 750381/07. Zur Entlastung des 1. Vorsitzenden übernahm der Ehrenvorsitzende den gesamten Schriftverkehr (Herrmann Gulweida, Bcrlin-Tempelhof, Germa-niastr. 10g, Tel. von 8—16 Uhr 750261/510, Postschockkonto 65293). — Der

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J.U111LK2U1U1, UC1 11 UiiCl all) einen gehörte, konnte in diesem Jahr zu den alten Erfolgen wieder drei neue erringen. Die 1. Mann&chaft bologte trotz Besetzungsschwiorigkeiten den 3. Platz in der höchsten Spielklasse. Die 2. und 3. Mannschaft wurden Meister in ihren Klassen. Diese Erfolge konnten durch dio unermüdliche Arbeit des Spielleiters Richard Stange und den guten Kameradschaftsgeist errungen werden. — Auch in diesem Jahr wird der Verein nach Schluß der „Großen Ferien" wieder Schaehlohrgängo für Anfänger im Bezirk Tempolhof durchführen und versuchen, neue Freunde für den sdiönnn Schachsport zu werben. Gespielt wird jeden Mittwoch und Freitag im Restaurant „Sängerheim", Tempclhof, Kaiser-Wilhelm-Str. 74, Tel. 7559IG. Gäste sind stets herzlich willkommen! Spandauer Schachverein e.V.: Die Spandauer Spitzenspieler Mross und Silbermann gaben Simultanvorstellungen. Mross spielte an 20 Brettern und gewann nach 2 Stunden 17 Partien, machte 1 remis und verlor 2 Partien. Silbcrmann benötigte für 21 Partien 3 Stunden. Er gewann 15, machte 5 remis und verlor nur eine Partie gegen den Jugendlichen Dachroth. — Im Sommerturnier liegt zwei Rundon vor Schluß Groß mit 8 Punkten an der Spitze. Auf den nächsten Plätzon folgen Razga mit 7 und Ettor mit 6% Punkten. Im Jugendturnier führt Dachroth mit 6 vor Löffler mit 4% Punkten und im Blitzturnier (Gruppe A) Groß vor Heckel bezw. (Gruppe B) Howe und Dachroth. — Im Rahmen der besonderen Veranstaltungen anläßlich des 60 jährigen Bestehens des Vereins ist das Damenturnier bereits in vollem Gango. Frau Rudnick mit 6J/2 Punkten, Frau Klabunde mit 4 und Frl. Krause mit 3% Punkten sind z. Zt. dio aussichtsreichsten Konkurrentinnen. Mit je 8 Teilnehmern begannen am 24. August das Hauptturnier und das Turnier für ,,Alte Herren" über 60 Jahre. Die Jubiläumsfeier wurde auf Sonnabend, den 23. Oktober, in das Stadt park-Restaurant, Roichsstr. 1, verlegt. Schachclub Kreuzberg e.V.: In der Jahreshauptversammjung wurde der 1. Vorsitzende Bernhard 'Weihs, Berlin SW 29, ' ZossenTrti-: B5~ TOTTTGSSIIS wiedergewählt. Die Versammlung wählte ferner; 2. Vors. Bruno Karl, Kassenwart f AlT'SrlT'^Tl Alfd Zith Sll g Wilhelm Persson, Schriftführer ArnDlT'jSrenzelT'urerTelter Alfred Zitscher, Stcll-Vertreter Fritz \Vblilehbcfg*"Schach-'~Tind _J3üoh7varF*CTnter 5 ölHHft ~ "Bl aftJ?i© JL?k<O"g. .auJU>£ tragen. Es kämpfen hier gemeinsam CTubmitglieJer und Gäste um donyon Jicrm Bezirksbürgermeister Kreßmaiin gestifteten Wanclei'pokal. TitelverteicPigerlst Hans Peter Lohsse. Öchachlub Neukölln 03 e.V.: Wir beglückwünschen unser Mitglied Adolf Delander, der auch in diesem Jahr wieder den Titel des Berliner Pokalmeisters errang. — Am 14. Juli wurde in unserem Klublokal, Restaurant „Zum Turm'', Sonnenallee 127, ein Freundschaftskampf gegen die Neuköllner Schachfreundo an 27 Brettern mit 20 zu 7 Punkten gewonnen. Auch im Rückkampf, der am 12. August im Lokal der Schachfreunde an 22 Brettern gespielt wurde, siegton wir mit 14 zu 8 Punkton. Berliner Schachgesollschaft Eckbauor e.V.: In dem doppelrundigen Viererturnier, über das bereits im letzten Mitteilungsblatt berichtet wurde, gewann der Berliner Meister Klaus Darga auch seine letzte Partie und belegte mit 6 Punkten aus 6 Partien den ersten Platz. Den 2. und 3. Platz teilten Bialas und Budrich mit je 3 Punkten, während Gumprich nicht in Form war und leer jyjsging. — Im Rückkampf gegen den Schachklub Wittenau, der am 21. August in Wittenau gespielt wurde, mußte Eckbauor auf zahlreiche starke Spieler verzichten und unterlag knapp mit 1054 zu H%Punkton- Am Spitzonbrett gewann Budrich (Eckbauer) gegen Darga, am 2. Brett Kinzel gegen Maaß und am 3. Brett Roosner gegen Vogel. Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes Gottfried Grohmann, Berlin-Charlottenburg 5, Kantetr. 75, Tel.: 9146 25, 344410 Verlag: Walter de Gruyter & Co., Berlin W35