Heft 12 - Dezember 1955


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Mitteilungsblatt des Berliner Schachverbandes e. V. Nr. 12 5. Jahrgang Dezember 1955 Allen deutschen Schach freunden Obgleich die Fortschritte der Schachbewegung in der Bundesrepublik seit 1945 unbestreitbar sind, so zeigt sich doch immer wieder auf das fühlbarste der Mangel, die wünschenswerte innerdeutsche Breitenarbeit auf der einen und die Pflege internationaler Beziehungen auf der anderen Seite mit don vorhandenen finanziellen Mitteln in Einklang zu bringen. Soll aber das deutsche Schach unter den Schachnationen den hohen Rang, den es früher gehabt hat, wiedergewinnen, so bedarf es der Erschließung neuer zusätzlicher Mittel. Der Deutsche Schachbund e. V. hat es zu keiner Zeit versäumt, die Frage der direkten oder indirekten Beitragserhöhung aufzuwerfen. Er hat sich jedoch in allen seinen Gremien davon überzeugen lassen müssen, daß die strukturelle Verschiedenheit der ihm angeschlossenen Landesverbände eine Änderung der gegenwärtigen Beitragsregelung nicht zuläßt. Auch andere Länder kennen diese Schwierigkeiten. Sie haben sich teilweise mit privaten Gründungen zur Förderung des Schachs geholfen. So wurde kürzlich eine „America Chess Foundation" gegründet und so wurde die letzte Schacholympiade in Amsterdam weitestgehend von einer „Gesellschaft zur Pflege internationaler Schachtradition" finanziert. Können wir es uns leisten, im internationalen Schachleben beiseite zu stehen ? Wir denken: Nein! Die Unterzeichneten wenden sich deshalb in ernster Sorge an alle deutschen Schachfreunde, soweit sie wirtschaftlich dazu in der Lage sind, mit der Bitte, dem deutschen Schach die Mittel zur Verfügung zu stellen, deren es zur Erfüllung seiner großen Aufgaben bedarf. Hierzu ist es notwendig, eine Organisation zu schaffen, die unabhängig arbeiten kann. Zu diesem Zweck soll ein Deutscher Schach-Förderorkrois ins Leben gerufen werden. Als Nahziele der Neugründung gelten: 1. Beschaffung von Spielmaterial für .Jugondgruppcn. 2. Lehrgänge für die Schuljugend. 3. Ausbildung von Nachwuchskräften. 4. Förderung der Spitzenkönner. 5. Belebung der internationalen Beziehungen. Der Fördererkreis kann naturgemäß keine Massenorganisation werden, doch sollte es möglich sein, genug Idealisten zu finden, die einen Jahresbeitrag von mindestens DM 24,— diesem gemeinnützigen und förderungswürdigen Zwecke zuzuwenden. •Interessenten werden herzlich gebeten, ihre Adresse Herrn Emil Dähnc, Hamburg 11, Pickhuben 2 oder Herrn Dr. Erich Stüber, Bln.-Zehlendorf. Eschershauser Weg 17c, anzugeben. Dr. Stüber Emil Dähne 1. Vorsitzende des Berliner Präsident des Deutschen Schach Verbandes Schach bundes Klaus Darga geehrt Im Beisein der Vertreter der Schachveroine bei der Auslosung der Mannschaften für die BM 56 ehrte dor Vorstand des Berliner Schach Verbandes Deutsch-Iandmei8ter Klaus Darga. Herzliche, besonnonc und würdigende Worte fand der 1. Vorsitzende, Dr. Stüber, dem jungen Meister gegenüber und überreichte ihm eine wertvolle Ehrengabc.

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Mit dem erfreulichen Meldeergebnis von insgesamt 88 Mannschaften begann am 27. November die Berliner Mannschaftsmeisterschaft 1956. 704 Spieler (mit Ersatz 1147) nehmen jeweils in ihrer Klasse über 9 Runden den Kampf auf den 64 Feldern auf. Die höchste Teilnehmerzahl stellt die Berliner Schachgesellschaft 1827 Eckbauer e. V. mit 6 Mannschaften, dann folgt der Schachclub Wittenau mit 5, Schachclub Lasker, König Tegel, Turm, Läufer Reinickendorf, Tempelhof, Humboldt, Kreuzberg und Neukölln 03 mit je 4 Mannschaften.-Von den 29 Schachvereinen, die für die Berliner Mannschaftsmeisterschaft gemeldet haben, sind es vier Vereine, die nur mit je einer Mannschaft teilnehmen. Deutsche Schach-Mannschaftsmeisterschaft 1955/56 Am 5. und 6. 11. 1955 wurde in Hamburg die Vor- und Zwischenrunde um die Deutsche Schach-Mannschaftsmeisterschaft 1955/66 ausgetragen. Die Ergebnisse lauten: Vorrunde : Hamburger Schachgesellschaft—Bremer Schachgesellschaft 5:3 Berliner Schachgesellschaft Eckbauer—Postsportverein Kiel 5%:2% Zwischenrunde: Hamburger Schachgesellschaft—Berliner Schachgcsollnschaft Eckbauer 4:4 (Sieger Hamburg nach der Berliner Brettwertung.) Mit diesem Resultat ist die Berliner Schachgesellschaft Eckbauer für die weiteren Kämpfe um die Deutsche Schach-Mannschaftsmeisterschaft ausgeschieden. „Blitz-Springer" wechselte den Besitzer Den begehrten und vom Schachclub Springer Tegel gestifteten Wanderpreis verteidigte am Bußtag der letzte Gewinner, Schachclub Kreuzberg, in einem Blitz-Turnier, offen für A, B und C-Klasse. Für ein weiteres halbes Jahr wechselte der „Springer-Pokal" seinen Besitzer. Schachclub Tempelhof siegte mit 29% Punkten. 2. Weiße Dame (25%), 3. Kreuzberg (24%), 4. Caissa (21), 6. Wittenau (20%). 6. DeTeWe (18%), 7.~Lasker (17%), 8. Wittenau-Ost (14%) und 9. Springer Tegel f Aus den Vereinen Schachclub Wittenau: Der Spielabend wurde ab 1. 10. 1955 von Freitag auf Mittwoch verlegt; der freie Schachverkehr am Sonntagvormittag bleibt unverändert bestehen. Am 26. 10. 1955 ehrten wir Klaus Darga nach seiner Rückkehr aus Höchst bei Frankfurt/M. in einer internen Feier unseres Schachclubs. Nach einer eingehenden Würdigung seiner Leistungen durch den Vorsitzenden Herrn Nieber erläuterte der neue Deutschlandmeister zwei seiner Partien am Demobrett. In den Spiellokalen von Eckbauer und Wittenau fanden am 2. und 16. 10. 1955 zwei Freundschaftswettkämpfe der beiden ersten Mannschaften von Eckbauer gegen die verbündeten ersten Mannschaften von Tempelhof und Wittenau statt. Eckbauer gewann beide Wettkämpfe mit 8%:7% bzw. 10%:7% Punkten. - Im Sommer 1955 trug unser Schachclub an Sonntagen eine Blitzraeisterschaft aus, ' die insgesamt 15 Blitzturniere umfaßte. Es wurden die Teilnehmer mit Preisen ausgezeichnet, die mindestens 50 Partien gespielt und hiervon über l/s gewonnen hatten. Die Sieger waren Darga mit 100%, Nieber jun. 75%, Neumann 74% und H. Schiff-mann 71°,,. Am 9. II. 1955 begann unser Winterturuicr, da« in 5 Klassen zu je 8 Teilnehmern durchgeführt wird. Schachverein Kottbusser Tor: Im doppelrundigen Blitzturnier 1955/56 siegte überlegen Ewald Linke vor Werner Schneider: damit ist der Sieger Blitzklubmeister 1956. Der Klubmeister 1955 ist Hermann Zander. Die Kämpfe um die Klub-ineister8chaft 1956 begannen im Oktober 1955. Herausgeber: Berliner Schachverband e. V. Verantwortlich: Pressewart des Verbandes W. P. Hoffmann, Berlin-Friedenau, Sponholzstr. 27 Vcrlapr: Walter dp Gruyter fc Co.. Berlin W 35